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FLUG REVUE 07/2016

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Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt US-Airline-Branche erholt sich Von SEBASTIAN STEINKE Anfang Mai veröffentlichte das amerikanische Verkehrsministerium (DOT) die Branchenbilanz der US-Airlines für das Jahr 2015: Deren Netto-Jahresgewinn nach Steuern stieg demnach von 7,5 Mrd. auf satte 25,6 Mrd. Dollar. Alle US-Airlines zusammen machten 2015 einen Gesamtumsatz von 168,9 Mrd. Dollar. Davon stammten 75,1 Prozent Dieser Airbus A330 mit 242 Tonnen Startmasse wird für Delta gebaut. Bereits 200 Boeing 737 MAX orderte Boeing-Stammkunde Southwest. aus Ticketverkäufen. Immerhin 3,8 Mrd. Dollar Umsatzanteil erzielten die US- Airlines mit Gepäckgebühren, dies entspricht 2,3 Prozent. Weitere drei Milliarden Dollar erbrachten Gebühren für die Änderung von Reservierungen. Nicht aufgeschlüsselt werden in der DOT-Übersicht Einnahmen für Wunschsitzplätze, den Verkauf von Speisen, Getränken, Kissen und Decken sowie für die Bordunterhaltung. Diese Extragebühren haben dazu geführt, dass Passagiere nach Möglichkeit auf die Gepäckaufgabe verzichten und mit maximalem Handgepäck an Bord gehen. Auf vielen US-Flughäfen gibt es mittlerweile noch kurz vor den Boarding Gates Imbissstände, an denen man kleine Speisen und Getränke als private Bordverpflegung erwerben kann. Auf der Kostenseite standen bei den US-Passagierairlines branchenweite Betriebsaufwendungen in Höhe von 141 Mrd. Dollar. Daran hatten die Etatposten „Arbeit“ mit 45,4 Mrd. Dollar und „Treibstoff“ mit 27 Mrd. Dollar den größten Anteil. Für die Gruppe der 25 größten US-Linienairlines war das Jahr 2015 bereits das sechste Jahr in Folge, das mit schwarzen Zahlen endete. Allerdings war zuvor teilweise nur knapp die Gewinnzone erreicht worden. Dies hat sich nun geändert. Die Gewinnmarge kletterte aktuell gegenüber 2014 um 4,4 Prozent auf 15,2 Prozent. Sucht man nach den Ursachen für die finanzielle Erholung der Linienfluggesellschaften, stößt man, neben dem Fotos: Airbus, Boeing, Kevin Boydston / AirTeamImages, Mehrad Watson / AirTeamImages, United 38 FLUG REVUE Juli 2016 www.flugrevue.de

Die Boeing 787 eröffnete mit niedrigen Betriebskosten und viel Frachtraum neue Langstrecken. Die Boeing 757, hier mit Winglets, spielt im US-Inlandsverkehr eine wichtige Rolle. Airbus will in diesem Marktsegment seine A321neo etablieren. Als unverwüstliche Oldies stehen noch immer Jets der MD-80-Familie im Einsatz. Der niedrige Ölpreis hält den Betrieb der abbezahlten Zweistrahler rentabel. deutlich gesunkenen Ölpreis, vor allem auf einen starken Konzentrationsprozess der Branche. Diese wird heute von wenigen Akteuren beherrscht. Nach der Liberalisierung 1977 und bis 2009 hatten die US-Airlines Verluste in Höhe von 52 Mrd. Dollar angehäuft. Dann kam die Wirtschaftsflaute. Schon 2005 hatten sich US Airways und America West zusammengeschlossen, 2008 folgten Delta und Northwest, 2010 United und Continental und 2011 schließlich Southwest und AirTran. Mit den Branchenriesen American und US Airways gab es 2013 die letzte Elefantenhochzeit. Die jetzt noch größer gewordenen vier Riesen haben einen Anteil von rund 85 Prozent am US-Markt. Sie können an ihren Heimatdrehkreuzen noch effizienter agieren und bei Flugzeugkauf, Leasing wie auch bei der Wartung bessere Mengenrabatte herausholen. In den Krisenjahren hatten viele US- Airlines zunächst versucht, sich hohe Investitionen in neue Flugzeuge zu sparen. Doch dann erzwang der hohe Ölpreis eine Erneuerung beziehungsweise Ergänzung der Flotte mit sparsamerem und leiserem Fluggerät. Heute zahlen sich diese Investionen aus. Davon profitieren neben Boeing auch Bombardier, Airbus und Embraer. Airbus hat jüngst mit dem neuen Endmontagewerk in Mobile, Alabama, sogar ein eigenes Endmontagezentrum auf US-Boden für seine Standardrumpf- Kassenschlager A319/A320/A321 errichtet, das bevorzugt den US-Markt beliefert. Noch sind die großen Hersteller über Jahre ausverkauft. Aber lange Lieferzeiten, billiges Öl und teure Neuflugzeuge haben noch eine andere Flottenerneuerungsquelle ins Blickfeld gerückt, den Gebrauchtkauf: So ergänzen die hochprofitablen Texaner von Southwest ihre Flotte derzeit auch mit jungen Gebrauchtflugzeugen, die dank immer besserer und weltweit standardisierter Wartung lange im Topzustand bleiben. Nicht weniger als 83 gebrauchte Boeing 737-700 akquiriert das Unternehmen derzeit auf dem Weltmarkt, darunter von Transaero Airlines. Gerade in Russland und Brasilien schwächt sich die Konjunktur ab, sodass junge Flugzeuge von dort aus günstig weiterverkauft werden. United-Continental hat aus China zwei Dutzend A319 übernommen, während Delta, die das Gebrauchtgeschäft wieder in Mode brachte, zurzeit www.flugrevue.de FLUG REVUE Juli 2016 39

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