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FLUG REVUE 08/2015

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ZivilluftfahrtNeue

ZivilluftfahrtNeue A320-Endmontage in den USAFotos: Airbus (1), FLUG REVUE/SteinkeMobile, ein Drittel sind Militärveteranen,oft Mechaniker von Luftwaffe, Küstenwache,Marines, Heeres- oder Marinefliegern,die eine solide technischeAusbildung mitbringen. Über 15 000 Bewerbermeldeten sich auf die Ausschreibungvon Airbus. Seitens der Stadt wurdensie in mehrwöchigen, handwerklichtechnischenVorbereitungskursen ausgesiebt,bevor nur die besten Bewerber zuAirbus zur endgültigen Auswahl vorgelassenwurden – ein hier auch bei Automobilfirmenund Werften übliches Verfahren.Anschließend schulte Airbus dieneuen Mitarbeiter in mehrmonatigenKursen in Hamburg für ihre neuen Aufgaben.ENDMONTAGE GENAU NACHHAMBURGER MUSTERWie schon das Airbus-Endmontagewerkin Tianjin sind die neuen Anlagen in Mobile– auf der zum Gewerbepark umgebauten,früheren Luftwaffenbasis „BrookleyAeroplex“ – strikt nach dem Vorbildder Hamburger A320-Endmontagehalle9 aufgebaut. Hier allerdings ist die „Halle9“ auch für schwere Hurricanes zertifiziert.Wegen der hohen Ähnlichkeit mitdem Hamburger Komplex darf Airbusauch die vorhandene EASA-Zulassung„Production Operation Approval“ (POA)für Mobile mit nutzen und brauchte nurnoch eine Anerkennung der FAA. Diehier gebauten A320 und A321 entsprechenbis ins Detail europäischen oderchinesischen Flugzeugen. Kein Wunder,denn die Endmontage macht nur rundfünf Prozent des Wertes eines Flugzeugsaus, wenn man, wie bei Airbus, weitgehendin Europa gebaute, komplettierteund getestete Sektionen nur noch zusammenfügenmuss. Dagegen liegt derWertanteil amerikanischer Zulieferungen,darunter Systeme, Avionik undTriebwerke, bei Airbus-Flugzeugen schonheute bei bis zu 42 Prozent. Mit derEndmontage im heute weltgrößten FlugzeugmarktUSA will Airbus den eigenenMarktanteil von 20 Prozent auf über 50Prozent bringen. Als ähnlichen „Türöffner“für den ebenso wichtigen chinesischenMarkt gibt es das quasi baugleicheA320-Endmontagewerk in Tianjin. Airbushat den Bau von Tianjin und Mobiledemselben Experten anvertraut: Dr. UlrichWeber, Head of Final Assembly Lineund Hamburger A320-Veteran. „Wirkönnten hier auch gleich A320neo oderA321neo bauen“, sagt er beim Besuchder FLUG REVUE in der Endmontagehalle.Ab 2017 wird hier die neue A320-Generation mit der herkömmlichen„ceo“ gemischt. Noch steht aber allesvoller Hubwagen, und es sieht richtignach Arbeit aus. „Die Halle ist fertig,und die Station 41 am Anfang wird geradezugelassen“, beruhigt Weber. Wie imneuen A350-Endmontagewerk in Toulousesind die schon weitgehend fertigenMontagedocks in Mobile weiß lackiertund nicht mehr gelb wie in Hamburg.Bis auf die neueste Generation einerSoftware für Bodentests entspreche dieHalle genau dem Hamburger Vorbild.„Die Philosophie ist: Neue Technikkommt zuerst nach Hamburg, wird dortgetestet und kommt erst dann auf die anderenLinien“, sagt der Aufbauchef.Fünf Tage wird jedes Flugzeug an deneinzelnen Fertigungsstationen verbringenund dann vorrücken. Am Anfangdauert es wegen der Zertifizierung undSchulung deutlich länger als im späterenProduktionsbetrieb.STADT UND REGION HOFFENAUF WEITERE INVESTORENAlabama macht sich bereits große Hoffnungen,dass sich nach Airbus auchnoch Zulieferer am riesigen „BrookleyAeroplex“ ansiedeln. Von den 690 HektarFläche hat Airbus für 30 Jahre rund52 Hektar gemietet. Nebenan residierenVT MAE (ST Aerospace) mit einerWerft für die Frachter Boeing 767 und777 sowie Continental, Hersteller vonKolbenflugmotoren, dem auch Thielertgehört. Die frühere LuftwaffenbasisBrookley beschäftigte in ihren bestenJahren bis zu 30000 Menschen. In zweiJahren könne man wieder bei rund 5000Beschäftigten sein, hofft BürgermeisterSandy Stimpson. Für den GeschäftszweigLuftfahrt treibe er mehr Aufwandals für andere Branchen. Denn jeder direkteJob bei Airbus generiere drei bisvier weitere Arbeitsstellen. Zwei nochungenannte Zulieferer hätten bereits Ansiedlungsverträgeunterschrieben. Biszum Jahr 2020 wolle er Mobile zur gewerbefreundlichsten,familienfreundlichstenund sichersten Gemeinde derUSA machen.FRIndustrie in MobileDie größten Betriebe nach Mitarbeitern:Name Branche MitarbeiterAustal Schiffbau 4275AM/NS Calvert Stahlwerk 1600VT MAEFlugzeugüberholung1250BAE Systems Schiffbau 1000Outokumpu Stahlwerk 895UTC AerospaceSystems Luftfahrt 800Evonik Chemie 770Kimberly Clark Papier 604SSAB Americas Stahl 587ContinentalMotors Luftfahrt 440BASF Chemie 400Das erste „Shipset“ erreicht die neueEndmontage am „Brookley Aeroplex“.28 FLUG REVUE AUGUST 2015 www.flugrevue.de

Endmontage (links), Auslieferungszentrum(rechts) und Lackierhalle (vorne).Nach der Ankunft wird die Sektion aufeinen Airbus-Transportwagen geladen.Die Stadt Mobile unterzog alleBewerber einer Vorauswahl.Dr. Ulrich Weber baute für Airbus auchschon die A320-Linie in Tianjin auf.Feierliche Flugzeugbegrüßung inAlabama-Südstaatentracht am Hafen.www.flugrevue.deFLUG REVUE AUGUST 2015 29

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