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FLUG REVUE 08/2015

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Beschreibung

MilitärluftfahrtF-35

MilitärluftfahrtF-35 Unfallbericht der US Air ForceVon dem Unfall warein Flugzeug von derEglin AFB betroffen.Als die Lockheed Martin F-35Ader 58th Fighter Squadron„Mighty Gorillas“ (Kennung 10-5015) am 23. Juni 2014 in Eglin AFBzum Start rollte, sah alles nach einemnormalen Trainingsflug aus. Der Fluglehrer,der 33 Stunden Erfahrung auf derLightning II hatte, schob den Schubhebelnach vorn, beschleunigte auf derBahn 12 und hob das Bugrad vom Boden.Im selben Augenblick hörte er einenKnall, und die ENG STALL-Anzeigeleuchtete auf. Daraufhin brach er denStart sofort ab und brachte die Maschine2450 Meter vom Startpunkt entferntzum Stehen. Nach 20 Sekunden verließer das Flugzeug unverletzt. Bis die Feuerwehrden Brand im hinteren Bereichgelöscht hatte, dauerte es etwa siebenMinuten.Mehr als 50 Millionen Dollar (44Mio. Euro) Schaden konstatierten dieUnfallermittler der USAF, deren AbschlussberichtAnfang Juni freigegebenwurde. Dieser weist die Ursache ganzklar dem F135-PW-100-Triebwerk vonRisse im FanDer Brand in einer F-35A beim Start in Eglin AFB ist auf Ermüdungsrissein der dritten Stufe des Bläsers zurückzuführen. Pratt & Whitneyarbeitet an einer Modifikation des F135-Triebwerks.Pratt & Whitney zu. Bei einem vorhergehendenFlug (wann genau ließ sich nichtermitteln) hatte sich das Triebwerk anscheinendbei einem Manöver mit speziellenBelastungen, die aber innerhalb derzulässigen Grenzen des Flugzeugs lagen,so verwunden, dass die beiden Dichtungszackender dritten Stufe des Bläsersex-trem an der Abdichtung des Statorsgerieben hatten. Dies reichte aus,um das Metall so hohen Temperaturenauszusetzen, dass die Mikrostruktur derLegierung Schaden nahm und sich kleineRisse bildeten.Diese Risse breiteten sich beim weiterenBetrieb des F135 zunächst im Zackennach unten und dann nach vornund hinten aus. Sie wurden nicht entdeckt,da eine boroskopische Kontrolledes betroffenen Bereichs im normalenWartungsprogramm nicht vorgeschriebenwar. Schließlich kam es zu einemgroßen Riss, und der komplette vordereArm des in einem Stück produziertenBläsers Nummer 3 wurde abgerissen.Die Fragmente, darunter zwei rund 1,5Meter lange Stücke, durchschlugen dasFangehäuse oben links (8 x 28 cm gro-Die zwei Zacken der Dichtung zwischenStufe 2 und 3 rieben zu starkam Stator und erhitzten sich enorm.Feine Ermüdungsrisse breiteten sichvon der Spitze des hinteren Zackens (1)nach unten und dann seitlich (3) aus.Die abgerissenen Teile der Fanscheibedurchschlugen auch Hydraulikleitungendes Fahrwerks im Rumpf der F-35A.54 FLUG REVUE AUGUST 2015 www.flugrevue.de

Die abgerissenen Triebwerksteile schlugenein Loch in das Fangehäuse (unten) undtraten dann oben links aus dem Rumpf desKampfjets aus.ßes Loch) und einen Tank, bevor sie aufdem Rumpfrücken austraten (Loch ca.25 x 18 cm).Im Tank wurden drei Kraftstoffleitungenganz oder teilweise durchtrennt.Auch der Inverter/Konverter/ControllerNummer 2 wurde beschädigt. Darüberhinaus wurden drei Leitungen des HydrauliksystemsB durchtrennt, sodass alleFlüssigkeit in 17 Sekunden ausgelaufenwar. Hydrauliksystem A funktioniertenormal und erlaubte eine problemloseAbbremsung der F-35A. Der auslaufendeKraftstoff und die Hydraulikflüssigkeitentzündeten sich und sorgten fürden Brand im hinteren Rumpfbereich.Während eine leichte Reibung an derAbdichtung vom Entwurf her vorgesehenist, waren hier Werte aufgetreten,die weit über allen Erwartungen lagen.Deshalb gab es nach einem Flugverbotzunächst strenge Kontrollvorschriftennach jeweils drei Flugstunden. Das Intervallwurde im Dezember auf 13 Flugstundenverlängert. Als Zwischenlösunghat Pratt & Whitney die Spaltmaße indiesem Bereich etwas vergrößert. DieAuswirkungen sind laut Hersteller unbedeutend(„ein paar Grad höhere Turbinentemperatur“).Für eine endgültigeLösung wie eine härtere Beschichtungder Dichtung laufen noch weitere Untersuchungen.Eine Entscheidung könnteim Sommer fallen.FRKARL SCHWARZFotos: USAFFoto: MEADSTaktisches LuftverteidigungssystemBundeswehr wählt MEADSIn einer „Richtungsentscheidung“ hat sich die Bundeswehr fürMEADS als Basis ihres neuen Luftverteidigungs- und Raketenabwehrsystementschieden. Vier Milliarden Euro werden investiert.Verteidigungsministerin Ursulavon der Leyen baute bei derAnkündigung der ersten großenRüstungsentscheidung ihrerAmtszeit schon einmal vor. Man habe„in die Tiefe hinein geprüft“ und werde„innovative Elemente der AgendaRüstung – wie Transparenz und dauerhaftesRisikomanagement konsequentumsetzen“. Bei „Nichteinhaltung vertraglicherVereinbarungen“ werde „derAusstieg möglich sein“. Immerhin gehtes um nicht weniger als vier MilliardenEuro zur Entwicklung und Beschaffungdes neuen TLVS (TaktischesLuftverteidigungssystem), das „biszum Jahre 2025“ die Patriot-Einheitender Luftwaffe ablösen soll.Der Sieger des langwierigen Auswahlprozessesist ein System, dasMBDA Deutschland zusammen mitMBDA Italien und Lockheed Martinauf Grundlage der seit zehn Jahrenlaufenden MEADS-Entwicklung realisierenwill. Diese wurde jüngst abgeschlossen,nachdem die staatlichenMehrere Schussversuchezeigtendie Fähigkeitenvon MEADS.Mittel der Partnerländer – darunter einerMilliarde aus Deutschland – aufgebrauchtwaren. Insofern gibt es zwarGeräte wie Radare, Startfahrzeugeoder Kontrollzentralen und auch umfangreicheDaten von Systemtests undSchussversuchen liegen vor, doch voneiner Serienreife ist man noch ein gutesStück entfernt.TLVS ist zudem mehr als MEADS(Medium Extended Air Defence System).Neben der „Robustifizierung“für die Fertigung sind Anpassungenfür die Integration eines zweiten,preisgünstigen Flugkörpers (DiehlIRIS-T SL) und die Anbindung anSAMOC (Surface to Air Missile OperationCenter/Führungsgefechtsstandder Luftwaffe) notwendig. Entwicklungsrisikengibt es also durchaus,aber offenbar überzeugte MEADS alszukunftssichere Lösung mit weiteremVerbesserungspotenzial. Die Stichwortesind hier 360-Grad-Abdeckung,Verlegbarkeit und offene Systemarchitekturmit der Möglichkeit, weitereSensoren und Waffensysteme anzukoppeln.Auch die Betriebskosten lagenwohl deutlich günstiger als bei derKonkurrenz - einer Weiterentwicklungdes Patriot-Systems von Raytheon.Ein „sehr, sehr wichtiges“ Kriteriumwar laut Ministerium auch die „Arbeitsplätzesicherungin Deutschland“.Der BDLI begrüßte denn auch dassdurch die Entscheidung für MEADSein „wesentlicher Beitragg zum Kompetenz-und Kapazitätserhalt inDeutschland sowie zur Zukunftssicherungdieses außen- und sicherheitspolitischbedeutsamen Industriezweigs“geleistet werde. Thomas Hornberg,Geschäftsführer von MBDA Deutschland,sprach aber auch von „einer hohenVerantwortung und Verpflichtung,die notwendige industrielle Leistung“abzuliefern – einen Flop wird man sichkaum leisten können.FRKARL SCHWARZwww.flugrevue.deFLUG REVUE AUGUST 2015 55

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