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FLUG REVUE 08/2015

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RaumfahrtDie NASA-Sonde

RaumfahrtDie NASA-Sonde New HorizonsZiemlich zeitgleich mit der Veröffentlichungdieses Heftes wird dieNASA-Tiefraumsonde New Horizonsam 14. Juli 2015 den KleinplanetenPluto passieren und aus einer minimalenEntfernung von 12500 Kilometern Bilderund Daten von der Oberfläche, derAtmosphäre und den Monden zur Erdeschicken. Wegen der hohen Relativgeschwindigkeitdes Flugkörpers zum Planetenstehen nur zwei Wochen Beobachtungszeitzur Verfügung, in denen diesieben wissenschaftlichen Instrumentean Bord bis an ihre Leistungsgrenze geführtwerden, denn einen zweiten Besuchso weit draußen im Sonnensystemwird es in absehbarer Zeit nicht geben.Warum aber lässt man sich dannnicht mehr Zeit für die Beobachtungund führt die Sonde in eine Umlaufbahnum den Mini-Planeten und seine vierSchnelle Fotos unddann gleich weiterBisher kannten wir den Pluto nur als verwaschenenFleck im Teleskop. Endlich sollen wir jetzt erfahren, wieder eisige Nicht-mehr-Planet tatsächlich aussieht.Monde? Dann hätte man doch mehrZeit für die Forschung. Bei Dawn oderRosetta hat das schließlich auch geklappt,doch „das war nie das Ziel derMission“, sagt Professor Ralf Jaumannvom DLR-Institut für Planetenforschungin Berlin. „New Horizons verfügt nurüber kleine Triebwerke, die nach demErreichen der Marschgeschwindigkeithöchstens für kleinere Kurskorrekturentaugen. Für eine Abbremsung und dasEinschwenken in einen Orbit brauchtman aber weit mehr Energie, als die 77Kilogramm Hydrazin in den Tanks bereitstellenkönnten.“Hinzu kommt aufgrund der enormenEntfernung zwischen der Erde und derRaumsonde eine Gesamtlaufzeit vonZehn Jahre und 5,6 Milliarden Kilometer ...2007 – 2014Während der rund achtjährigen Flugphasevom Jupiter zum Pluto „schläft“ die Sonde undsendet nur einmal pro Woche Lebenszeichenzur Erde. Einmal jährlich allerdings wird NewHorizons für Tests und wissenschaftlicheBeobachtungen „geweckt“.PEPSSI19. Januar 2006Die Planetensonde New Horizonswird an Bord einer Atlas-V-Raketeam Cape Canaveral gestartet.SWAPErdeJupiterFebruar / März 2007Nach einem Fly-by-Manöver am Jupiter spartdie Sonde bis zu drei Jahre Flugzeit, weil sie mitHilfe der gewaltigen Schwerkraft des Planeteneine zusätz liche Beschleunigung erhält.LORRI78 FLUG REVUE AUGUST 2015

mehr als zehn Stunden für die Signale,sodass sich Kommandos für solch komplizierteManöver von selbst verbieten,„und schließlich würde man mit der gewähltenKonfiguration von New Horizons,hätte man denn eine Pluto-Umlaufbahnerreicht, nie wieder aus dieserherauskommen. Das wollen wir aber,denn hinter der Pluto-Bahn beginnt derKuiper-Gürtel aus Milliarden unterschiedlichgroßer Brocken aus Eis oderFels, und die sind wissenschaftlichhöchst interessant!“Seit dem Ende der 80er Jahre sindsich die Wissenschaftler über die Existenzdieser ringförmigen Struktur einig.Man schätzt dort die Existenz von rund70 000 Objekten mit mehr als 100 KilometernDurchmesser sowie zahlloserkleinerer Trümmer aus der Entstehungszeitunseres Sonnensystems, und seitDie Spannung steigt von Tag zu TagPluto im Jahre 2006 der Status des neuntenPlaneten und damit des Außenpostensaberkannt worden ist , will manmehr über die Gegend so weit draußenwissen.New Horizons nun bietet genau dieseMöglichkeit, denn während die Sondeam Pluto vorbeirast und anschließendim Verlauf von Monaten alle Daten zurErde überträgt, richtet sich ihr BlickAußenstehende findenkaum Unterschiede in denbisherigen Hubble-Bildernund denen von NewHorizons, aber das ändertsich schnell. So konntenam 14. April 2015 erstmalsFarben, vor allem Brauntöne,erkannt werden.schon wieder nach vorn. In den Jahren2018/2019 will man sich einem solchenKuiper-Objekt mit 30 bis 55 KilometernDurchmesser nähern; drei Kandidatendafür gibt es bereits. Bis Ende 2016 solldie endgültige Auswahl des Zielobjektsgetroffen sein. Dann muss die allmählicheBahnkorrektur beginnen. Die Missionbleibt weiter äußerst spannend. FRMATTHIAS GRÜNDERREXHerbst 2014Rund 200 Tage vor dem nahestmöglichenVorbeiflug am Plutobeginnen die regelmäßigenBeobachtungen.2017 – 2020Abhängig von ihrem Zustand wird die Sondenoch zu einem oder gar mehreren Objektendes Kuiper-Gürtels außerhalb der Pluto-Flugbahngeführt.AliceJuli 2015Während ihres Vorbeiflugs am Pluto nähertsich die Sonde bis auf rund 12 500 Kilometeran den eisigen Kleinplaneten an, sammeltBilder und Daten und sendet diese mehrereMonate lang zur Erde.PlutoRalphStudent Dust CounterALICE: Abbildendes Ultraviolett-Spektrometer für die Analyseder Zusammensetzung der Pluto-AtmosphäreLORRI: Hochauflösendes optisches Teleskop mit Kamera zurBeobachtung des Planeten ab 200 Tage vor dem VorbeiflugRALPH: Kombiniertes optisches und Infrarot-Instrument zurErstellung von Farbkarten der Oberflächen von Pluto unddessen Mond Charon, einschließlich der Thermal kartierungPEPSSI: Teilchenzähler zum Nachweis von Atomen undMolekülen aus der Pluto-AtmosphäreSWAP: Teilchenzähler für den Nachweis von Ausläufern desSonnenwindes am PlutoREX: Funkexperiment zur Erforschung der Krümmung vonvon der Erde ausgesandten Radiowellen in der PlanetenatmosphäreSTUDENT DUST COUNTER: Staubteilchenzähler, der währenddes gesamten Fluges von der Erde zum Pluto in Betrieb war;entwickelt von Studenten der Universität von ColoradoIllustration und Foto: NASAFLUG REVUE AUGUST 2015 79

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