Aufrufe
vor 2 Jahren

FLUG REVUE 08/2016

  • Text
  • Freeze
  • Berlin
  • Nulleins
  • Boing
  • E
  • X
  • Umweltsatelliten
  • August
  • Flug
  • Deutschland

Wirtschaft Raumfahrt auf

Wirtschaft Raumfahrt auf der ILA So sieht die Ariane 6 aus, hier als Modell in der Konfiguration mit vier Boostern. Fotos: Astrobotic, Messe Berlin GmbH Der Peregrine Lander von Astrobotic soll Nutzlasten zum Mond bringen. „New Space“ auf Europäisch Auf der ILA plädierte ESA-Generaldirektor Wörner für eine stärkere Kommerzialisierung der Raumfahrt. Die Industrie zeigte, was sie in diese Richtung unternimmt. A gil, schnell, günstig: Private Raumfahrtunternehmen wie SpaceX haben die Platzhirsche der Branche in den vergangenen Jahren das Fürchten gelehrt, aber dadurch auch in Europa ein Umdenken angestoßen. Johann-Dietrich Wörner, seit Juli 2015 Generaldirektor der europäischen Raumfahrtagentur ESA, predigt immer wieder die neue Ausrichtung hin zu dem, was im englischen Sprachraum „New Space“ heißt und was Wörner als „Space 4.0“ bezeichnet: einer stärkeren Kommerzialisierung und Interaktion mit Industrie, Forschung und Gesellschaft. „Künftig werden wir einen viel breiter aufgestellten Raumfahrtsektor vorfinden“, sagte Wörner auf der ILA. Ansatzweise in die von Wörner geforderte Richtung geht die neue europäische Trägerrakete Ariane 6, die als 17 Meter hohes Modell auf der ILA gezeigt wurde. Finanziert wird sie zwar größtenteils von der ESA, die Verantwortung für Design und Entwicklung liegt jedoch erstmals vollständig in den Händen der Industrie. Durch eine straffere Organisation, Verwendung vorhandener Komponenten und Produktion hoher Stückzahlen soll die Ariane 6 im Vergleich zu ihrer Vorgängerin um bis zu 50 Prozent günstiger werden. „Wir liegen mit dem Programm absolut im Zeitplan, vielleicht sogar besser als gedacht“, sagte Alain Charmeau, der CEO des neu gegründeten Gemeinschaftsunternehmens Airbus Safran Launchers (ASL). EIN KOMMERZIELLER PAKETDIENST FÜR DEN MOND Der Ariane-6-Erstflug ist für 2020 geplant, die volle Einsatzfähigkeit soll 2023 erreicht werden. Doch damit nicht genug. ASL arbeitet bereits an einem neuen Hauptstufentriebwerk namens Prometheus, das zehn Mal günstiger sein soll als der Vulcain-Antrieb. „Wir brauchen für die Zukunft radikale Lösungen, wenn wir international wettbewerbsfähig bleiben wollen“, so Wörner. Verstärkt in Richtung „Space 4.0“ geht auch Airbus Defence and Space. Mit dem Joint Venture OneWeb Satellites will Airbus DS mehr als 600 Satelliten für eine flächendeckende, schnelle Internetverbindung in den Orbit bringen. Auf der ILA gab das Unternehmen zudem die Unterstützung von Astrobotic Technology bekannt. Die US-Firma will im Rahmen des Google Lunar XPrize bis Ende 2017 ein Landemodul und einen Rover auf dem Mond landen und perspektivisch einen kommerziellen Paketdienst für Mondflüge anbieten. Auch DHL beteiligt sich an dem Vorhaben. Wann das erste Paket zum Mond verschickt wird, ist aber noch unklar. FR ULRIKE EBNER 46 FLUG REVUE AUGUST 2016 www.flugrevue.de

Wirtschaft ILA Career Center Durchstarten für die Karriere Das Career Center auf der ILA zeigte Studenten, Absolventen und Interessenten erneut die vielfältigen Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten in der Luftfahrtindustrie. An insgesamt 56 Ständen standen Zulieferer, Hersteller, Universitäten, Behörden und Flugschulen den Besuchern Rede und Antwort. Neben den klassischen Einstiegsmöglichkeiten wie dem reinen Studium, der Pilotenausbildung oder einer handwerklichen Ausbildung werden verknüpfte Ausbildungen immer häufiger angeboten. So bieten Flugschulen in Kooperation mit Universitäten und Hochschulen aufeinander abgestimmte duale Studiengänge und Ausbildungen. Hier wird neben einer Verkehrspilotenlizenz auch gleich noch ein akademischer Abschluss erworben. Bei der Fachhochschule Aachen beispielsweise lässt sich ein Studium der Flugbetriebstechnik oder des Aero space Engineering mit einer Pilotenausbildung kombinieren. Das stellt die Absolventen auf eine breitere Basis. Derzeit kann das von Vorteil sein: So warnt die Pilotenvereinigung Cockpit Interessenten, dass der europäische Arbeitsmarkt für junge Piloten derzeit gesättigt ist und Jobmöglichkeiten eher in den globalen Wachstumsmärkten zu finden sind. Der Ausbildungsdienstleister bfw bietet derweil für Absolventen eines IHK-Berufes die Umschulung zum Fluggerätmechaniker oder -elektroniker an, was den momentan herrschenden Bedarf in diesem Bereich unterstreicht. FR MAX KÜHNL Erster Innovationspreis der Deutschen Luftfahrt Fotos: Karl Schwarz, Innovationspreis der Deutschen Luftfahrt Am Abend vor der Eröffnung der ILA wurde am künftigen Hauptstadtflughafen BER zum ersten Mal der „Innovationspreis der Deutschen Luftfahrt“ verliehen. Die Preisverleihung fand vor über 100 geladenen Gästen statt, darunter viele hochkarätige Vertreter der Luftfahrtindustrie. In der Kategorie „Startup“ war die Mitflugzentrale Wingly der Firma Belaric aus Berlin erfolgreich. Hier kann jedermann einen Mitflug bei einem Privatpiloten buchen, der Gedanke folgt dem Konzept der erfolgreichen Mitfahrbörsen im Internet. Als Sieger der Kategorie „Industrie 4.0“ konnte sich Airbus Operation aus Hamburg mit dem Kabinen- managementsystem eCIDS durchsetzen. Bei diesem Konzept kann die Kabinenbesatzung beispielsweise die Einstellungen für die Klimaanlage oder die Beleuchtung per Smartphone steuern. Die Firma eWings.com erhielt den Preis in der Kategorie „Customer Journey“ für ihr Flugbuchungssystem, das dem Kunden eine auf seine Bedürfnisse abgestimmte Oberfläche bietet und so den Buchungsvorgang deutlich erleichtern und beschleunigen kann. In der Kategorie „Emissionsreduktion“ wurde die Lufthansa für ihre Software OMEGA ausgezeichnet. Der „Ops Monitoring and Efficiency Gap Analyzer“ vergleicht ständig die Daten aus den Flugdatenschreibern der Flotte mit den Soll-Werten und berechnet daraus Einsparpotenziale zum Beispiel bei der Route. Volker Thum, Geschäftsführer des Bundesverbands der deutschen Luftund Raumfahrtindustrie (BDLI), lobte die Preisträger: „Innovationen sind Treiber für Technologieführerschaft und damit für den Erfolg der deutschen Luftfahrtindustrie im globalen Wettbewerb. Dieser Preis ist die ideale Plattform für die besten Innovatoren.“ FR MAX KÜHNL www.flugrevue.de FLUG REVUE AUGUST 2016 47

Kiosk

FLUG REVUE 07/2015
FLUG REVUE 06/2015
FLUG REVUE 05/2015
FLUG REVUE 04/2015
FLUG REVUE 03/2015
FLUG REVUE 02/2015
FLUG REVUE 01/2015
FLUG REVUE 12/2014

RSS-Feed

© Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG