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FLUG REVUE 08/2016

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt NATO-Staffeln üben in Spanien Die Türkei war diesmal mit der 192. Filo aus Balikesir vertreten. Ein außergewöhnlicher Teilnehmer war die E-2C der Aéronavale. Bei den französischen Heeresfliegern ist immer noch die Gazelle aktiv. Tägliche Routine: die umfassende Besprechung der Missionen. ten in Saragossa mit dabei. Er beschreibt es so: „Heutzutage sind das Training und die Vorbereitung auf eine Großübung wie das NATO Tiger Meet oder einen möglichen scharfen Einsatz wichtiger denn je. Mit modernen Simulationssystemen können wir die Besatzungen gezielt auf komplexe Szenarien vorbereiten. Das nennen wir ‚Mission Readiness Training‘. Bereits zu Hause konnten wir die Piloten so mit einer Datenbasis vom Übungsgebiet in Spanien auf die Trainingseinsätze beim NATO Tiger Meet vorbereiten. Das bedeutet, dass die Piloten am Anfang der Übung das Gefühl haben, schon einmal vor Ort geflogen zu sein.“ Nach minimaler Eingewöhnung konnten die Neuburger Piloten daher bereits in den ersten Tagen voll in komplexe Missionen einsteigen. Viel Mühe hatten sich die spanischen Gastgeber der Ala 15 mit den Lageszenarien gegeben. Gemäß der Bedürfnisse und Forderungen der teilnehmenden Einheiten hatte man eine Übungslage geschaffen, die sich sehr nah an aktuellen Bedrohungsszenarien orientierte. Das rund 600 x 250 Kilometer große Übungsgebiet erstreckte sich von Saragossa bis nördlich von Almeria. Bei täglich zwei Flugperioden waren immer zwischen 50 und 80 Flugzeuge in der Luft. Die großen verbundenen Luftoperationen, die COMAOs (Composite Air Operations), wurden an den Nachmittagen geflogen, während die „Shadow Wave“ mit kleineren Formationen an den Vormittagen durchgeführt wurde. HOHE PROFESSIONALITÄT UND TRAININGSWIRKUNG Zu den Einsatzprofilen gehörten „No-Fly Zone Operations“, bei denen eingerichtete Flugverbotszonen durch Abfangjäger geschützt wurden, oder COMAOs, bei denen im Verbund von Jagd- und Jagdbomberkräften Ziele am Boden simuliert angegriffen wurden. Hinzu kamen CSAR-Kräfte, die simuliert abgeschossene Besatzungen oder Geiseln befreiten und aus dem Feindesland zurückführen mussten. Auch elektronische Störflugzeuge wurden eingesetzt. Von der besonderen Professionalität der Übung konnte sich auch Generalleutnant Helmut Schütz, Kommandierender General des in Köln beheimateten Luftwaffentruppenkommandos, überzeugen, als er das Neuburger Kommando in Saragossa besuchte: „Das NATO Tiger Meet ist eine der wenigen Gelegenheiten, größere und komplexe taktische Szenarien in Europa zu üben. Daher ist es wichtig, dass die Luftwaffe weiter daran teilnimmt.“ Ein positives Fazit zog Tigermuster gab es nicht nur auf den Flugzeugen, sondern auch auf dem Helm. auch Oberstleutnant Johannes Durand, Eurofighter-Pilot und Neuburger Kommandoführer während des Nato Tiger Meet 2016: „Für unsere Piloten und Techniker war das diesjährige NATO Tiger Meet die Schwerpunktübung des Geschwaders und bot bestes Training für Aircrews und Techniker.“ FR NATO Tiger Meet 2016 Muster Anz. Land EF-18 Hornet 8 Spanien Eurofighter 5 Spanien Eurofighter 9 Deutschland Rafale M 6 Frankreich E-2C Hawkeye 2 Frankreich Mirage 2000 D 4 Frankreich JAS-39C/D Gripen 5 Ungarn JAS-39C/D Gripen 4 Tschechien F-16A/B MLU 8 Belgien F-16C/D Block 52 6 Polen F-16C/D Block 50 5 Türkei F-16C/D Block 52+ 4 Griechenland F-16A/B MLU 6 Norwegen F-16A/B MLU 2 Niederlande F/A-18C Hornet 5 Schweiz Learjet 1 Deutschland Bell Agusta AB-212 ICO 2 Italien Mi-24 „Hind“ 2 Tschechien Mi-17 „Hip“ 1 Tschechien Puma HC2 1 UK SA 342 M Gazelle 2 Frankreich E-3A AWACS 2 NATO KDC-10 (Einsatz von Eindhoven aus) 1 Niederlande Eurofighter (nur Wochenende) 4 Italien Tornado (nur Wochenende) 2 Deutschland Fotos: Ulrich Metternich 58 FLUG REVUE AUGUST 2016 www.flugrevue.de

Drei 228 sind bei den venezolanischen Luftstreitkräften im Einsatz. Militärluftfahrt Dornier 228 Puerto Ayacucho ist das Tor zum venezolanischen Teil des Amazonasgebiets und Heimat der Grupo de Transporte No 9. Mit vier Cessna 208 Grand Caravan und 13 Cessna 206 stellt der Verband schon seit Langem die Verbindung zu kleinen Siedlungen der Pemón-Indianer und der Yanomami im Süden des Landes sicher. Seit 2014 bringen zwei von RUAG gelieferte, gebrauchte Dornier 228-212 und eine 228 der neuen Generation eine enorme Verstärkung für die Aviación Militar Nacional Bolivariana de Venezuela. „Mit der 228 wird unsere Passagierund Frachtkapazität mehr als verdoppelt, und mit einer Reisegeschwindigkeit von über 370 km/h sind wir viel schneller vor Ort. Dank der STOL-Eigenschaften können wir Pisten nutzen, die bisher nur mit der 206 erreichbar waren“, zählt Captain Adrián Esalona, einer der Piloten der Escuadrón de Vuelo No 91, die Vorteile des neuen Musters auf. Wie schwierig die Bedingungen im Einsatzgebiet insbesondere bei hohen Temperaturen sind, weiß auch Colonel César Padrón, Kommandeur der Gruppe: „In Platamar haben wir zum Beispiel eine 800 Meter lange Grasbahn, wo ich mit der Dornier 228 während eines heftigen Schauers noch mit 900 Kilogramm Zuladung herausgekommen bin.“ Ein weiterer typischer Platz in Parima B nahe der brasilianischen Grenze liegt mitten in einem Tal, „aber wir kommen da ohne Limitierungen heraus“. „Die Dornier hat unser Leben verändert“, sagt Tirsno Chirino, Bürgermeister der Siedlung San Juan de Manapiare, die etwa 35 Flugminuten von Puerto Ayacucho entfernt liegt. „Zuvor dauerte die Reise mit einem Motorboot gut einen Dornier im Dschungeleinsatz Verbindungsflüge mit der Dornier 228 schaffen für die Ureinwohner im venezolanischen Amazonasgebiet den Anschluss an die Zivilisation. Tag.“ Von Parima B in die Zivilisation ist man ohne Flugzeug sogar eine Woche unterwegs. AUCH KRANKENTRANSPORTE GEHÖREN ZU DEN AUFGABEN Die 228 kann von kurzen und unvorbereiteten Pisten aus eingesetzt werden. „Geschwindigkeit zählt vor allem, wenn es gilt, verletzte Personen zu evakuieren“, erläutert Major Elio Hernández. „Einmal mussten wir sieben Personen gleichzeitig ausfliegen“, erinnert sich der Kommandeur der 91. Staffel. Für ihn ist die Wendigkeit der 228 bei geringen Geschwindigkeiten und hoher Zuladung ein wichtiges Plus. Auch die Flexibilität zählt bei den vielfältigen Einsätzen. Piloten und Techniker sind nach zwei Jahren Erfahrung mit der Dornier 228 sehr zufrieden. Vor allem das Bildschirmcockpit der neuen Maschine erhält viel Lob, da es „sehr einfach ist, die Checks erleichtert und einem alle Informationen bietet“. Auch die einfache Wartung der Triebwerke wird gelobt. Eigentlich sollten für die von Präsident Maduro versprochenen Verbesserung der Versorgung im Amazonasgebiet zehn Dornier 228 beschafft werden. Derzeit liegen die Lieferungen allerdings auf Eis, denn das von einer schweren Rezession gebeutelte Land hat die drei Maschinen noch nicht voll bezahlt. Ob die nötigen Devisen für die restlichen Flugzeuge noch aufgebracht werden können, ist mehr als fraglich. FR SANTIAGO RIVAS/KS Fotos: Santiago Rivas www.flugrevue.de FLUG REVUE AUGUST 2016 59

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