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FLUG REVUE 08/2016

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Militärluftfahrt

Militärluftfahrt Roll-out der Saab Gripen E Integrale Fertigung von Tragflächen und Rumpfmittelteil in Linköping. Zielverfolgungssystem), das ebenfalls von Selex stammt. Es ist in der Lage, gegnerische Flugzeuge ohne verräterische eigene Radaremissionen aufzuspüren. Zum Lagebild tragen zudem neue Sensoren für das EloKa-System (elektronische Kampfführung) bei, die unter anderem an den Wurzeln der Canards und in den Behältern an der Flügelspitze untergebracht sind. Insgesamt wurde die Avionik auf den neuesten Stand gebracht. Hier ging Saab neue Wege, um in Zukunft die Verbesserungszyklen einfacher und schneller zu Nur an Details wie den Warnsensoren an den Lufteinläufen erkennt man die Gripen E. gestalten. Flugkritische Software wurde strikt von den Programmen für das Missionsmanagement getrennt. Damit hoffen die Entwickler, neue Fähigkeiten ohne langwierige Tests innerhalb von Monaten oder gar Wochen einführen zu können – ähnlich wie neue Apps bei einem Smartphone. Aber nicht nur an den Systemen wurde gefeilt, auch die Zelle erfuhr eine Überarbeitung. Wie schon beim Gripen- Demonstrator wurden die Hauptfahrwerke aus dem Rumpf in die Flügelwurzel verlegt, was 40 Prozent mehr Kraft- Saab Gripen E – Daten Allgemeine Angaben Hersteller Saab, Linköping, Schweden Besatzung 1 oder 2 (Gripen F) Antrieb 1 x GE Aviation F414-GE39 Schub 98 kN mit Nachbrenner Abmessungen Länge 15,20 m Höhe 4,50 m Spannweite 8,60 m Massen Einsatzleermasse 8000 kg max. Zuladung 7200 kg max. Kraftstoff 3400 kg intern max. Startmasse 16 500 kg Flugleistungen max. Fluggeschwindigkeit Mach 2 1400 km/h in NN Supercruise über Mach 1.2 Dienstgipfelhöhe 16 000 m Startstrecke mindestens 500 m Landestrecke ca. 600 m max. Reichweite mit Zusatztanks 4000 km Lastvielfache -3 /+ 9 g Bewaffnung Interne Kanone 27 mm Mauser. 10 Außenlaststationen für bis zu 6 IRIS-T, bis 7 AMRAAM oder Meteor, Bomben, Auf klärungsbehälter, Seezielflugkörper, etc. 62 FLUG REVUE AUGUST 2016 www.flugrevue.de

Das computergestützte Design ermöglicht eine einfache und präzise Montage. Die brasilianischen Gripen E sollen einen einzigen, extragroßen Bildschirm erhalten. stoffvolumen bringt. Sonstige Änderungen und Verstärkungen sorgen für ein Mehrgewicht von 1200 Kilogramm, bei allerdings um 2500 auf 16500 Kilogramm erhöhter Abflugmasse. Dies schafft Spielraum für zusätzliche Waffenzuladung, für die auch weitere Außenlastträger unter dem Rumpf vorhanden sind. Damit die Leistungen nicht leiden, erhält die Gripen E ein stärkeres Triebwerk. Das F414 von GE Aviation mit einem Schub von 98 Kilonewton mit Nachbrenner ersetzt das RM12 (F404), das mit Nachbrenner 80,5 Kilonewton leistet. Offiziell begann die Entwicklung der Gripen E mit der Auftragserteilung durch Schweden im Februar 2013. Schon zuvor wurden aber viele Aspekte des neuen Modells mit dem Demonstrator untersucht. Ein voll computergestütztes Design trug zum reibungslosen Ablauf bei. Die im vergangenen Jahr gestartete Montage des Prototyps 39-8 verlief laut Saab daher mit weniger Problemen als bei den Serienexemplaren der Gripen C/D. Nach der Präsentation am 18. Mai wird das erste von drei Gripen-E-Versuchsflugzeugen nun auf den Erstflug vorbereitet; er soll auf jeden Fall noch in diesem Jahr erfolgen. Aufgrund ausgiebiger Simulationen und Testreihen am Boden geht man bei Saab davon aus, das Flugversuchsprogramm in einem Drittel der früher üblichen Zeit durchziehen zu können. AUCH DIE SCHWEIZ IST NOCH NICHT ABGESCHRIEBEN Die Lieferungen der 60 Flugzeuge an die Flygvapnet sollen 2019 beginnen und bis 2026 dauern. Zehn weitere Flugzeuge könnten folgen. Brasilien wird ab 2019 insgesamt 28 Einsitzer und acht Doppelsitzer (Gripen F) erhalten. Der Vertrag mit dem südamerikanischen Land trat im September 2015 in Kraft. Er sieht einen umfangreichen Technologietransfer und wertvolle Arbeitspakete für Embraer vor. Unter anderem sollen 350 brasilianische Ingenieure bei Saab geschult werden. In Gavião Peixoto ist die Endmontage von zunächst 15 Gripen E und F vorgesehen. Der Bedarf der Força Aérea Brasileira geht aber darüber hinaus. Vorerst muss allerdings die Wirtschaftskrise in Brasilien überwunden werden. Knapp 100 Gripen E hat Saab also schon an den Mann gebracht, rund 300 weitere sollen in den nächsten 20 Jahren folgen, so die Hoffnung in Linköping. Dabei sind wohl auch die Gripen C/D eingerechnet, die für weniger zahlungskräftige Kunden nach wie vor angeboten werden. Auch Leasinggeschäfte sollen weiterhin möglich sein. Mit der Slowakei beispielsweise werden Gespräche über acht Leihflugzeuge geführt. Als mögliche Kunden für die Gripen E hat Saab Länder wie Finnland, Malaysia und Indonesien im Visier. Die Schweiz, die die Gripen E im September 2013 auswählte und dann wegen eines negativen Referendumsergebnisses doch nicht kaufen konnte, könnte ebenfalls wieder ins Spiel kommen. Auch Indien gehört zu den Kandidaten. Hier würde man ähnlich wie in Brasilien einen Technologietransfer und die Fertigung im Land anbieten. Insgesamt ist man in Linköping jedenfalls hoffnungsvoll. Schließlich habe man derzeit den neuesten Fighter im Angebot und ein Programm, das sich im Preis- und Zeitrahmen bewegt – was heute die große Ausnahme ist. FR Das komplette Flugzeug wurde am Computer definiert. www.flugrevue.de FLUG REVUE AUGUST 2016 63

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