Aufrufe
vor 3 Jahren

FLUG REVUE 09/2015

Beschreibung

ZivilluftfahrtHawaiian

ZivilluftfahrtHawaiian setzt auf TouristenDie A330 kommt von Hawaii schonbis China. Die bestellten A330neosollen sogar bis Thailand fliegen.„Was wir damit nicht kriegen, ist dieSpritersparnis und die Reichweite, diewir wollten. Stattdessen bekommen wireine größere Flottenkommunalität, unddie kommerziellen Bedingungen werdenandere sein.“ Was vermutlich heißt, dassdie ab 2019 ausgelieferten A330 billigerDen Regionalverkehr auf der kleinteiligenInselgruppe bedienen drei ATR von Ohana(unten) und die Boeing 717 (rechts).sind. „Wir müssen sehen, ob wir mit diesergeänderten Bestellung weiterhin dieZiele anfliegen können, die wir wollten,was natürlich vom Gewicht abhängt.Wir definieren gerade mit Airbus dietechnischen Spezifikationen“, verrätDunkerley.Derzeit betreibt Hawaiian 20 A330-200, zwei weitere werden noch in diesemJahr erwartet. Zwischenzeitlich hatHawaiian Airlines 16 Airbus A321neobestellt, die ab 2017 geliefert werdensollen. Deren Reichweite werde denWesten der USA abdecken und der Fluggesellschaftdrei Dinge ermöglichen:„Erstens: auch kleinere Inseln direkt andie Westküste anzubinden, zweitens: einigeBoeing 767-300 zu ersetzen. Vondenen haben wir derzeit noch elf und bis2017 nur noch sechs, die wir bis zumEnde der Leasingverträge 2021 behaltenwerden. Drittens: die Kapazität auf einigenbestehenden Routen zu erhöhen.“Während 45 Prozent des UmsatzesAIRBUS WILL LIEBER A330NEO STATTBESTELLTER A350-800 LIEFERNbei Hawaiian aus Nordamerika stammenund 30 Prozent aus internationalem Verkehr,macht der Inselverkehr ein vollesViertel des Umsatzes aus. „Nach demEnde von Aloha Airlines 2008 haben wir85 Prozent Marktanteil, und dieserMarkt ist viel größer, als viele Leute denken,“betont Mark Dunkerley. Etwa dieHälfte aller Hawaiian-Passagiere fliegtzwischen den Inseln. „Es fliegen mehrLeute pro Jahr zwischen Honolulu undKahului als auf der Shuttle-Route zwischenNew York-LaGuardia und Washington-Reagan.“Zwischen den beidengrößten Inselflughäfen in Honolulu undKahului auf Maui gibt es täglich etwa 30Roundtrips.Die Inselflüge, deren kürzester ebenjener von Honolulu nach Kahului ist,über eine Distanz von gerade mal 155Kilometern und mit etwa 20 MinutenFlugzeit, wird von Hawaiians Flotte aus18 Boeing 717 bedient. Die machen täglichetwa 160 Flüge. „Das sind die bestenFlugzeuge für unsere Mission. DerRumpf ist jener der alten DC-9, die Hawaiianseit 1965 im Einsatz hatte; darüberweiß niemand mehr als wir heute.“Mit einem Durchschnittsalter von13,6 Jahren „sind sie relativ jung und erreichengerade ihre Lebensmitte“, unterstreichtder CEO – und lehnt gleichzeitigjede Diskussion über einen möglichenErsatz ab. „Die heutigen Regionalflugzeugescheinen vor allem für den Reiseflugausgelegt zu sein. Wir brauchen aufUmläufe ausgelegte Flugzeuge, da unsereFlugdistanzen so kurz sind. Es gibtkein heute produziertes Flugzeug, das sogut geeignet ist für das, was wir tun, wiedie 717.Deshalb steht es derzeit nicht auf unsererAgenda, sie zu ersetzen. Wir werdenuns vermutlich erst gegen Ende desJahrzehnts auf dem Markt umsehen.“ MitRekorden bei Gewinn und Passagierzahlenim 85. Jahr ihres Bestehens erscheintHawaiian als eine Airline, mit der zurechnen ist. „Wenn die Welt bleibt wiesie ist, wird 2015 sogar ein noch besseresJahr als 2014“, schürt Mark Dunkerleydie Erwartungen.FRFotos: Spaeth (2), Airbus

Größtes aktives Flugboot der WeltMartin Marswieder im EinsatzDie letzten beiden flugfähigen MartinMars sind an der kanadischen Basis PortAlberni stationiert, wo sie normalerweisean Land im Freien parken.Bis zu 27 300 Liter Wasserkann die Martin Marspro Überflug abwerfen.Fotos: AirTeamimages Andy Martin / Simon WilsonNach schweren Waldbrändenließ die kanadische ProvinzBritish Columbia eine schoneingemottete Martin Marsals Löschbomber wiederstartklar machen.Die Mars fliegt wieder!“ Beim tiefenBrummen der vier jeweils1900 Kilowatt starken 18-Zylinder-SternmotorenWright R-3350 Duplex-Cyclonelaufen am Sproat Lake inKanada die Menschen neugierig aus ihrenHäusern. Die beiden riesigen MartinMars, Spannweite 61 Meter, kennt hierjeder. Zwei Jahre nach ihrem letzten Einsatzhob eines der Flugboote am 13. Julierstmals wieder zu einem Probeflug ab,denn die Regierung von Kanada brauchtedas riesige Löschflugzeug zur Waldbrandbekämpfung.Alleine die Bereitstellungdes stets bestens gepflegten Oldiesberechnet deren Betreiber, die kanadischeFirma Coulson Flying Tankers,aktuell mit 15000 Kanadischen Dollar(etwa 10500 Euro) pro Tag. Hinzu kommenGebühren von 6000 Dollar proFlugstunde und weitere 5000 Dollar proFlugstunde an reinen Benzinkosten. Dieswar der Provinzregierung in den letztenJahren zu teuer, und so blieben die beidenMartin Mars am Boden. Dochmanchmal können nur noch die fliegendenLöschriesen helfen. Deshalb hob eineder beiden Mars am 18. Juli zum ersten„heißen“ Einsatz ab, bei dem siegleich neun Wasserladungen auf einenWaldbrand in Nelson, British Columbia,abwarf und in nur zwei Stunden 200 000Liter Wasser und Schaum ausbrachte.Die kanadische Website „The Province“meldete, die aktuelle Zahl der Waldbrändein Kanada sei damit von 223Brandherden schlagartig auf nur noch154 verringert worden. Die relativschwerfällige Mars wird immer im Verbundmit einem kleinen, wendigen Beobachtungsflugzeug,Rufzeichen „BirdDog“, eingesetzt. Diese Cessna GrandCaravan fliegt voraus, späht die Brandherdeaus und legt die beste Anflugroutefür die Mars fest. Trotz ihrer Leistungsfähigkeitist die Mars als Löschbomberkeineswegs unumstritten, denn vor demAbwurf ihrer 27 Tonnen Wasser müssendie Löschmannschaften am Boden ausSicherheitsgründen abgezogen werdenund ihre Arbeit unterbrechen. Für dieBereitstellungskosten einer Martin Marskönne man auch vier kleinere Amphibienflugzeugevom Typ Air Tractor AT-802F „Fire Boss“ anmieten, wenden Kritikerein, deren Flugstundenkosten wenigerals die Hälfte der Kosten einer Mars-Stunde ausmachten. Die „Fire Boss“könne auch langfristig brandhemmendeChemikalien abwerfen, was mit derMars technisch nicht möglich sei. Allerdingskann die Mars ihrem Löschwasserbis zu 3100 Liter Gel zur Schaumbildungbeimischen.FÜR DIE US NAVY ENTWICKELTNur sechs Martin Mars wurden gebaut,zwei exististieren noch. Die US Navyhatte die gigantische Viermot, maximaleStartmasse 80 Tonnen, im Zweiten Weltkriegfür Langstreckeneinsätze über demPazifik als Fernbomber JRM-3 entwickelnlassen. Der Erstflug fand am 3. Juli1942 statt. Der letzte Flug liegt nach derReaktivierung hoffentlich noch in weiterFerne.FRSEBASTIAN STEINKEwww.flugrevue.deFLUG REVUE SEEPTEMBER 2015 31

Kiosk

FLUG REVUE 07/2015
FLUG REVUE 06/2015
FLUG REVUE 05/2015
FLUG REVUE 04/2015
FLUG REVUE 03/2015
FLUG REVUE 02/2015
FLUG REVUE 01/2015
FLUG REVUE 12/2014

RSS-Feed

© Motor Presse Stuttgart GmbH & Co. KG