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FLUG REVUE 09/2016

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Jubiläum 60 Rückblick

Jubiläum 60 Rückblick Jahre Fliegen in den 1950er Jahren: Die Flugzeuge parken am Frankfurter Flughafen wie am Busbahnhof, Fluggastbrücken gab es noch keine. Das bedeutet einen Fußmarsch zum Boarding. Links der Blick in die Kabine der Vickers Viking mit der Stufe im Gang. Ab 1959 übernahm Condor zeitweise vier Vickers Viscount von Lufthansa. 32 FLUG REVUE September 2016 www.flugrevue.de

Der Besuchergarten am Frankfurter Flughafen Ende der fünfziger Jahre. Propellerflugzeuge durch die Gegend. Durch eine Tür geht es in den Wartebereich der Abflughalle – von Sicherheitskontrolle keine Spur. Die Damen und Herren haben sich fein angezogen für das Erlebnis Fliegen nach Palma de Mallorca. Anzug und ein elegantes Kleid gehören zum guten Ton. rück. An der Treppe des Flugzeugs begrüßen Stewardessen, die sorgfältig nach ihrem Alter und ihrem Äußeren ausgewählt wurden, ihre Fluggäste. Sie tragen weiße Handschuhe und eine elegante Uniform. Sitzplatzreservierungen gibt es keine: Damit ist der Ansturm um die besten Plätze eröffnet. Da es sich bei der Viking um ein Spornradflugzeug handelt, steht sie am Boden schräg. Das bedeutet für die Passagiere und Flugbegleiterinnen, dass es an Bord am Boden ständig „bergauf“ geht. Ein Detail ist die Stufe in der Mitte des Flugzeugs: Bedingt durch die Montage der Tragflächen steht in der Mitte des Ganges eine Art Kiste auf dem Boden. Zeitzeugin Marlis Mann erinnert sich mit einem Lachen: „Alle Stewardessen auf der Viking hatten zu der Zeit blaue Flecken an den Schienbeinen.“ Während die beiden Kolbenmotoren mit jeweils 14 Zylindern unter Getöse noch nicht zubereitet werden. Aus einer Flughöhe von gerade einmal 6000 Metern ergeben sich fantastische Ausblicke auf die Alpen. Einen weiteren Ausblick gibt es nach vorne: Die Cockpittür steht nahezu während des gesamten Fluges offen, interessierte Reisende können sich das Cockpit ansehen und einen Plausch mit den Piloten halten. Von hinten geht es dorthin zunächst durch die Raucherzone: Im vorderen Teil der Kabine sitzen jene Gäste, die auch über den Wolken nicht auf ihre Zigarette oder Zigarre verzichten wollen. Der Flug dauert bei einer Geschwindigkeit von gut 350 Stundenkilometern um die vier Stunden, bei schlechtem Wetter oder anderen Störfaktoren wird in Marseille nachgetankt. Auch einen Bordverkauf gibt es. Zu den Hauptumsatzbringern gehören Gin und Zigaretten. Ein paar Dinge haben sich zumindest nicht geändert. FR „ZUR BEGRÜSSUNG TRUGEN WIR WEISSE HANDSCHUHE“ Kinder sind kaum anzutreffen. Das verwundert auch kaum – schließlich hat der Flug auf die Mittelmeerinsel den Gegenwert eines VW-Käfers. Als die Vickers Viking, das erste Flugzeug der Condor, zum Einsteigen bereit ist, geht es durch eine Tür direkt auf das Vorfeld, wo die Maschinen in Reih und Glied auf die Gäste warten. Den Weg zum Flugzeug legen die Passagiere zu Fuß über die Betonplatten zu- und mit der einen oder anderen Fehlzündung starten, werden den Fluggästen auf einem Silbertablett Bonbons gereicht: Durch das damit zusammenhängende Schlucken sollen sich Druckausgleichsbeschwerden in den Ohren vermindern. Während des Flugs Richtung Süden, das sonore Brummen der Motoren stets in den Ohren, bekommen die Fluggäste eine kalte Platte serviert: Warme Speisen konnten in der Kombüse der Viking Condor heute Seit 2003 gehört die ehemalige Lufthansa-Tochter zum britischen Reisekonzern Thomas Cook. Condor fliegt mit 45 Flugzeugen der Muster Airbus A320 und A321, Boeing 757 und Boeing 767 zu 75 Destinationen. Es handelt sich dabei überwiegend um Ferienziele in Europa wie die Kanaren, die Balearen und Ägypten sowie auf der Langstrecke in der Karibik, Nordamerika und dem Indischen Ozean. Die Lackierung der Condor wurde 2013 an die von Thomas Cook angepasst. Marlis Mann war eine begeisterte Stewardess, hier in der ursprünglichen Condor-Uniform um 1958. Fotos: Condor, Fraport www.flugrevue.de FLUG REVUE September 2016 33

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