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FLUG REVUE 09/2016

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Jubiläum Blick in die

Jubiläum Blick in die Zukunft darf für 617 000 weitere „klassische“ Linienpiloten voraus. Diese Zahl wird aus den vorhandenen Flugzeugbestellungen und Auslieferungen der nächsten 20 Jahre abgeleitet. Dann aber könnten künstliche Intelligenz und Automatisierung den Menschen auch am Steuer von Flugzeugen ablösen. Bis dahin fahren Autos und Schiffe aber schon lange nur noch automatisch. Zukunftsmusik: Ohne lange Anfahrt direkt in der Stadt starten und landen. WIE SIEHT DER FLUGHAFEN DER ZUKUNFT AUS? Fotos: DLR, Lockheed Martin, Bauhaus Luftfahrt, NASA Noch planen die Flugzeughersteller mit bemannten Cockpits. Laserwaffen werden bis 2076 auf jeden Fall eine wichtige Rolle spielen. Obwohl schon Milliarden in letztlich erfolglose Projekte wie den Airborne Laser (YAL-1 auf Basis der 747) gesteckt wurden, lassen sich die US-Militärs nicht entmutigen und drängen weiter auf eine rasche Entwicklung von Lasern für die unterschiedlichsten Zwecke. Auch in Russland wird in diese Richtung gearbeitet. Der Einbau ausreichend starker Laser im Flugzeug stellt dabei gegenüber Schiffen oder Landfahrzeugen den höchsten Schwierigkeitsgrad dar. Sowohl der verfügbare Raum als auch die Energieerzeugung und die notwendige Kühlung sind limitierende Faktoren. Deshalb geht man davon aus, dass Hochenergielaser mit Leistungen im Bereich von 150 Kilowatt zunächst in Transportflugzeugen wie der C-17 und der C-130J des Special Operations Command erprobt werden. Damit ließen sich dann Ziele am Boden wie Fahrzeuge oder Funkstationen innerhalb von Sekunden ausschalten. Wenn die Ingenieure mit der Miniaturisierung der Systeme gut vorankommen sollten, wird ein Laser auch zur Ausstattung eines Kampfjets der sechsten Generation gehören, der vielleicht in den 2030er Jahren in den Einsatz geht. W eltweit bilden sich immer größere Ballungsgebiete und verdichten sich zu „Mega-Metropolen“. Hier lebt ein immer größerer Teil der wachsenden Menschheit, und hier entsteht der Verkehr der Zukunft. Wenn man direkt aus der Innenstadt zur Innenstadt des Zielortes fliegen würde, könnte man aufwendiges Umsteigen und lange Anfahrten vermeiden. Die noch zu entwerfenden Flugzeuge für diesen Bedarf müssten kurz- oder senkrechtstartfähig sein und so leise, dass ihr Betrieb mitten in der Stadt nicht stört. Große Interkontinentaldrehscheiben werden weiterhin als Großflughafen existieren. Hier werden immer größere Jets abgefertigt, um auf beschränkter Fläche den immer weiter wachsenden Massenverkehr zu bewältigen. Flughäfen werden immer stärker mit anderen Funktionen verschmelzen, mit Ladenpassagen, Kinozentren, Krankenhäusern und Büros. Ohne eigenen Schnellbahnanschluss wird kein neuer Flughafen mehr errichtet. SIND 2076 LASERWAFFEN IM EINSATZ? FLIEGT DIE F-35 IMMER NOCH? Offiziell geht das Pentagon bereits jetzt davon aus, dass zumindest die F-35A der US Air Force bis 2070 im Einsatz bleiben werden – so steht es jedenfalls im neuen Programmbericht vom April, in dem die Nutzungszeit um sechs Jahre verlängert wurde. Erfahrungsgemäß werden Militärflugzeuge länger eingesetzt als gedacht, sodass 2076 nicht unrealistisch ist. Rekordhalter ist derzeit die Boeing B-52, die vor 64 Jahren ihren Jungfernflug hatte und noch lange im Dienst bleiben soll. Die Mc- Donnell F-4 Phantom flog vor inzwischen 58 Jahren. Die F-35 hat noch viele Jahrzehnte vor sich. 36 FLUG REVUE September 2016 www.flugrevue.de

Bis 2050 sollen nach dem Willen der EU-Kommission der CO2- Ausstoß pro Passagierkilometer um 75 Prozent und Stickoxidemissionen um 90 Prozent reduziert werden. Das geht nur mit neuen Technologien. „Im Bereich der kommerziellen Luftfahrt zeigen erste Studien, dass Antriebskonzepte für ein Regionalflugzeug mit bis zu 40 Sitzen und einer Reichweite von bis zu 700 Kilometern durchaus machbar sind, auch wenn die technischen Herausforderungen groß sind“, sagte Professor Josef Kallo, Projektleiter des DLR-Brennstoffzellen-Flugzeugs HY4. Alternativ zu reinen Elektroflugzeugen arbeiten Hersteller wie Boeing und Airbus an hybridelektrischen Antrieben, die zwischen 2030 und 2050 zum Einsatz kommen könnten. Boeings Konzept SUGAR Volt (Subsonic, Ultra-Green Aircraft Research / Forschung an einem ökologischen Unterschallflugzeug), ein Flugzeug mit einer Kapazität von 154 Sitzen, FLIEGEN AIRLINER MIT ELEKTRISCHEN ANTRIEBEN? beinhaltet unter anderem einen Hybridantrieb, der aus Gasturbine und Batterie besteht. Airbus arbeitet mit Siemens zusammen. Es scheint also nicht unwahrscheinlich, dass Regionalflugzeuge in 60 DLR-Konzept für ein elektrisch angetriebenes Regionalflugzeug. Jahren zumindest teilweise elektrisch motorisiert sind. Bis dahin ist aber noch einiges an Entwicklungsarbeit für Hochleistungsbatterien und Brennstoffzellen nötig. KANN JEDER URLAUB IM ALL MACHEN? Wer das nötige Kleingeld mitbringt, kann fliegt auf Virgin Galactic ins All fliegen. „Ich rechne nicht damit, dass die 100 km Höhe. Preise sinken“, sagt Thomas Kraus, der seit rund 15 Jahren die Agentur European Space Tourist führt. Die derzeitigen Entwicklungen von Blue Origin und Virgin Galactic im Bereich der Suborbitalflüge sieht Kraus indes äußerst positiv. „Wenn Sie bereit sind, Ihr Haus zu verkaufen oder auf Ihren Porsche zu verzichten, dann können Sie sich ein paar Minuten Schwerelosigkeit leisten“, sagt Kraus. Ein Trip ins All wird aber wohl auch in 60 Jahren nicht erschwinglich für die breite Masse sein. „Aber das Thema wird sich tiefer in den Köpfen verankern und vielleicht auch neue Bedürfnisse schaffen“, so Kraus.

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