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FLUG REVUE 09/2016

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Wirtschaft Farnborough

Wirtschaft Farnborough Airshow 2016 Die Gulfstream G500 war erstmals in Europa zu sehen. aber Airbus und Boeing präsentierten auf der Messe mehr Verträge, als manch einer im Vorfeld erwartet hatte. Bei den beiden Industriegiganten herrscht trotzdem keineswegs eitel Sonnenschein. Jeder der Erzrivalen hat nämlich mit einer ganzen Reihe von teils hausgemachten Problemen zu kämpfen. Die Airbus Group sah sich deshalb während der Messezeit bemüßigt, ein „Investor Breakfast“ in London abzuhalten, um die Börsen zu beruhigen. Abseits der wichtigen Treffen und Verhandlungen wurde den rund 73 000 Fachbesuchern in Farnborough die gewohnte Palette an Flugzeugen geboten, wobei fünf Premieren für heutige Verhältnisse einen Spitzenwert darstellen. Boeing präsentierte hier zum ersten Mal seine 737 MAX 8. Sie ist zwar noch im Testprogramm, wurde aber schon recht aggressiv vorgeflogen. Einen großen Auftritt hatte auch Embraer, der sowohl seinen Transporter KC-390 (siehe Seite 78) als auch die E190-E2 mitgebracht hatte. Die E2-Familie hat mit der C Se- ries von Bombardier erhebliche Konkurrenz bekommen, die aus Sicht der Brasilianer aber nur dank starker Unterstützung der Provinz Quebec zuletzt einige wichtige Aufträge ergattern konnte. Erstmals auf einer Airshow dabei war zudem der DART-450-Trainer von Diamond (siehe Seite 53), während der Geschäftsreisejet Gulfstream 500 sein Europadebüt gab. Von der Lockheed Martin F-35 bekamen die Besucher auf dem Messegelände nur das bekannte Mock-up zu sehen. An den meisten Tagen zeigte jedoch eine britische F-35B die beeindruckenden Schwebeflugfähigkeiten des Stealth-Fighters, ohne aber zu landen. Einziger Vertreter der russischen Industrie war der Suchoi Superjet 100, der inzwischen bei CityJet in Irland als erster Airline in Westeuropa im Dienst steht. Der Textron-Konzern, zu dem Bell, Beech und Cessna gehören, präsentierte ein Mock-up seines Kipprotormusters V-280 Valor. Zwei Prototypen werden derzeit im Rahmen eines Technologieprogramms der US Army gebaut. Neben den Großen der Branche waren natürlich auch viele Zulieferer vertreten, für die es auch ein „Meet the Buyer“-Programm gab. Insgesamt zählte der Veranstalter rund 1500 Aussteller, die in den Hallen und Chalets an dem traditionsreichen Platz mehr Fläche gebucht hatten als vor zwei Jahren. FR Fotos: Gulfstream, Boeing, Airbus, Saab, Schwarz (2), Steinke David Cameron beim Eröffnungsrundgang. Zur Crew der P-8A der US Navy gehören auch britische Soldaten. Ein schnelles Kipprotormuster schlägt Bell der US Army als Black-Hawk-Nachfolger vor. 48 FLUG REVUE SEPTEMBER 2016 www.flugrevue.de

Wegen neuer Restriktionen beschränkten sich die Red Arrows auf Formations-Vorbeiflüge. ❱❱❱ Messe-News Die MBDA Meteor hat bei der Flygvapnet ihre vorläufige Einsatzbereitschaft an der Saab Gripen erreicht. Wie Generalmajor Mats Helgesson, Chef des Stabes der schwedischen Luftwaffe, in Farnborough sagte, sind alle Gripen-Verbände seit Juni in der Lage, die Meteor einzusetzen. Voraussetzung dafür war das MS20-Update der Gripen, um die Integration der Lenkwaffe zu ermöglichen. Die Meteor verfügt dank des Ramjetantriebs über eine extrem hohe Reichweite (über 100 km laut Hersteller) und bietet gegenüber der AMRAAM eine dreimal größere Zone, in der der Gegner keine Ausweichmöglichkeiten mehr hat. Neben der Meteor kann die Gripen mit MS20-Standard nun auch die Boeing GBU-39 Small Diameter Bomb (SDB) nutzen. Die bewährte Dornier Do 228 in ihrer überarbeiteten Version -212 ist von der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA zugelassen worden. Das sei ein wichtiger Schritt bei der geplanten Markteinführung der „Do“ in Nordamerika, so RUAG Aviation. Dafür wurde mit AMC Aviation aus Raleigh bereits ein Kundendienst vor Ort auserkoren. Grob Aircraft wird für seinen Höhenaufklärer G 520NT künftig neben dem Honeywell TPE331-14F auch das weit verbreitete PT6A-67A anbieten. Damit verringert sich zwar die erreichbare Flughöhe um 2130 m auf 13 715 m, das sollte aber für die meisten Interessenten ausreichend sein. Vorteil der PT6 ist vor allem die weltweite Verfügbarkeit von Wartungsbetrieben und die längere Betriebszeit zwischen den Überholungen. Die ESA steuert 10 Millionen Euro für die Entwicklung des neuen Überschalltriebwerks SABRE von Reaction Engines bei. Damit sei die Entwicklung eines Triebwerks für die Bodenerprobung bis 2020 möglich, so der Hersteller. Im November 2015 ist BAE Systems mit 20 Prozent (20,6 Millionen Pfund) bei dem Luft- und Raumfahrtunternehmen eingestiegen, im Dezember hat die britische Regierung 60 Millionen Pfund investiert. Sikorsky will bis zum Jahresende seine Black Hawk mit einem neuen Waffensystem zertifiziert haben. Als Testhubschrauber dient eine S-70i aus polnischer Produktion. Das Interesse von Betreibern der UH-60-Familie an einer bewaffneten Variante ist nach Angaben des Herstellers, der nun zu Lockheed Martin gehört, in jüngster Zeit stark gewachsen. Im Unterschied zu früheren Ausführungen der UH-60 wird das komplette System in die vorhandene Avionik des Hubschraubers integriert. www.flugrevue.de FLUG REVUE SEPTEMBER 2016 49

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