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FLUG REVUE 10/2016

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Zivilluftfahrt Neue

Zivilluftfahrt Neue Ziele bei Malaysia Airlines Die Boeing-777-Flotte wird ausgemustert. Hier wartet ein abgestellter Jet auf den Verkauf. Traurige Erinnerungen im Chefbüro (oben). Motivationsslogans im Hauptquartier sollen neuen Schwung unter den Mitarbeitern verbreiten (unten). nach Australien fliegen.“ Dieser Markt sei aber an die Golf-Carrier gegangen. Als Malaysia Airlines im Dezember 2001 ihre A380 bestellte, hatten alle Golf-Airlines zusammen zehn Millionen Passagiere. Heute haben sie 120 Millionen. „Die Welt hat sich in den letzten Jahren kolossal verändert, wir müssen uns auf andere Märkte konzentrieren“, sagt der deutsche Manager. „Bis Mitte 2018 werden wir die A380 aber noch behalten, dann werden sie verkauft. Sie sollen durch sechs bereits georderte A350-900 ersetzt werden“, sagt Peter Bellew. „Die Bestellung der A350 ist ein Eingeständnis, dass wir uns verkleinern müssen“, bestätigt auch Chief Commercial Officer Paul Andrew Simmons, ein weiterer von Müller aus Europa geholter Manager.„Unsere Priorität ist jetzt mittelfristig die Expansion des regionalen Angebots in Asien, das ist weniger risikoreich“, so Simmons. LOKALE MÄRKTE UND KOOPERATION MIT EMIRATES Dabei spielen auch die neu bestellten Boeing 737 MAX eine Rolle. Malaysia Airlines wird einen Mix aus den Versionen -8 und -9 betreiben, zum Teil ersetzen sie die 737-800. Im Rahmen des Kapazitätsabbaus hat die Fluggesellschaft auch bisher mit A330 bediente Routen auf 737 umgestellt, etwa den Flug von Kuala Lumpur nach Darwin in Australien. Gleichzeitig ging man eine enge Kooperation mit Emirates Airlines ein, in deren Management Christoph Müller Presseberichten zufolge wechselt. Obwohl die Asiaten selbst Dubai gar nicht anfliegen, vereinbarten sie Codeshare- Verbindungen mit Emirates zu 90 Zielen, gespeist durch vier tägliche Flüge der Araber von Kuala Lumpur nach Dubai. „Emirates gibt uns eine Angebotsbreite, die wir sonst nicht hätten. Diese Synergien sind für beide Seiten günstig, und Emirates füllt für uns eine Lücke“, sagt Simmons. Das ist Teil einer größeren Strategie: „Wir müssen die Gesellschaft aggressiv neu zuschneiden, um sie zu stabilisieren und dann auch wieder zu wachsen“, verkündet der Chief Commercial Officer. SUCHE NACH NEUEN UMSATZBRINGERN BEGINNT Das ist dringend nötig, hat die Airline doch seit 2010 keinen Gewinn mehr eingeflogen. Waren es 2014 noch über eine halbe Milliarde Dollar Verlust nach Steuern, so konnte Christoph Müller Anfang 2016 immerhin wieder die ersten profitabel endenden Monate verkünden. „Ich bin zuversichtlich, dass wir 2018 in der Gewinnzone sind“, bekräftigt Bellew das unter Christoph Müller gesteckte Ziel. „Die Kosten sind jetzt gut unter Kontrolle, aber wir müssen mehr Umsatz generieren“, sagt der neue Firmenchef. Die derzeit 78 Flugzeuge der Gesellschaft fliegen weiter in jener Bemalung, die vor zwei Jahren über Monate im Zusammenhang mit Schreckensnachrichten zu sehen war. Seit September 2015 ist die wieder verstaatlichte Fluggesellschaft zwar juristisch eine neue Firma im Besitz der Staatsholding Khazanah, doch äußerlich deutet nichts darauf hin. Ein neuer Markenauftritt von Malaysia Airlines gilt in der Chefetage als unumgänglich. Zuerst geht es um Produktinnovationen. Hier hatte noch Christoph Müller eine Modernisierung verordnet: neue Flachbett-Sitze in der Business Class und verbesserte Bordmenüs in der Economy Class – jeder Kunde soll einen Neuanfang spüren. Der neue Vorstandschef Peter Bellews hat die große Aufgabe, den von Müller begonnenen Wandel fortzusetzen. Vermutlich setzt er zunächst auf eine Verstärkung der Nachfrage aus dem eigenen Land, denn es gibt einen Markt für eine starke einheimische Fluggesellschaft. Sollte ein überzeugender Neuanfang in der Heimat gelingen und Malaysia Airlines, oder wie immer die Firma dann heißt, wieder zu einem Vorzeigeunternehmen werden, dann wird es nicht schwer sein, die Fluglinie auch international wieder als starke Marke zu etablieren. Mit neuen Produkten, gutem Service, einer verbesserten Kommunikation und einem gelungenen Rebranding stünde einem Höhenflug nach dem Absturz nichts im Wege. FR Fotos: Spaeth (3) 34 FLUG REVUE Oktober 2016 www.flugrevue.de

AirSpot In unseren AirSpot-Highlights des Monats finden Sie sehenswerte Fotos von besonderen Flugzeugen und fliegenden Raritäten aus aller Welt, die unseren Lesern beim Aircraft Spotting vor die Kameralinse gekommen sind. Eurospot, Toulouse, Frankreich Noch mit der französischen Übergangsregistrierung F-WZGR war der fabrikneue Airbus A350-941, MSN045 von LATAM am 5. August über Toulouse unterwegs. Das in neuen Farben und mit neuem Logo lackierte Flugzeug wird ab der Auslieferung als PR-XTD registriert sein. Dirk Grothe, Hamburg-Fuhlsbüttel Beim Erstflug ab Hamburg-Finkenwerder absolvierte der Airbus A321, D-AZAX von WOW Air am 2. August am benachbarten Flughafen Hamburg- Fuhlsbüttel testweise einen niedrigen Anflug mit Durchstarten. Das Flugzeug ist bereits die sechste A321 für WOW Air und erhält später die isländische Registrierung TF-GPA. Rainer Spoddig, Düsseldorf Aus Moskau-Wnukowo kommend, landete am 6. August in Düsseldorf zum ersten Mal eine Tupolew vom Typ Tu-204-300A. Das mit einer VIP- Kabine ausgestattete Flugzeug mit der Regis-trierung RA-64010 der russischen Business Air brach nach einer kurzen Pause zum Weiterflug nach München auf. Maximilian Kaiser, Frankfurt/Main Mit einem Charterflug im Auftrag von WOW Air kam die Boeing 757-223, N567CA, Werk nummer 384, von National Airlines am 19. Juli nach Frankfurt am Main. Der 1991 in Renton gebaute Zweistrahler ist die ersten zwölf Jahre seiner Dienstzeit als N650AA für American Airlines geflogen. www.flugrevue.de FLUG REVUE OKTOBER 2016 35

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