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FLUG REVUE 11/2015

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Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt DC-3-Hauptstadt Villavicencio ßen Teil von der Fischerei oder vom Anbau von Koka, das vornehmlich medizinisch genutzt wird. Dass sich an Bord der betagten Flugzeuge tatsächlich nur legale Fracht befindet, überwacht ein Polizist mit seinem Drogenhund bei jeder Landung. Obst, Gemüse und unzählige Frachtkartons, die nicht unbedingt genaue Rückschlüsse auf deren Inhalt erlauben, befinden sich hinter dem Fangnetz auf der rechten Seite in der Kabine. Überlagert wird das bunte Durcheinander oft von einem beißenden Fisch- und Fleischgeruch, der den auf Pritschen sitzenden Passagieren auf der gegenüberliegenden Seite in die Nase strömt. Deutlich bequemer hingegen ist der Flug von der Hauptstadt Bogotá nach Villavicencio. Bombardier Dash 8-200 der LAN Colombia und ATR 72 von Avianca und der staatlichen Fluggesellschaft Satena sorgen mehrmals täglich für eine direkte Anbindung an den Hauptstadtflughafen „El Dorado International Airport“. Die Linienverbindung verkürzt den dreistündigen Weg per Auto oder Bus drastisch. Sie gleicht fast einem Sturzflug, denn mehr als 2000 Höhenmeter unterscheiden die nur etwa 100 Straßenkilometer voneinander entfernten Städte. In Villavicencio ticken die Uhren anders, das stellen die Besucher sofort nach der Ankunft fest. Zu Fuß geht es zum Terminal, wo auf dem nur spärlich überdachten Gepäckband die Koffer in kürzester Zeit aufgelegt werden. Das angenehm trockene Höhenklima Bogotás wird gegen eine schwüle Schwere getauscht, Autolärm und Abgase gegen das Zirpen der Zikaden am Abend. Hier am Fuß der Anden, die sich von Kolumbien bis nach Chile an die äußerste Spitze Südamerikas ziehen, beginnt die kolumbianische Tiefebene des Amazonas. Die ersten Zuflüsse des großen Stroms selbst sind zwar noch hunderte von Kilometern entfernt, aber kurz nach der Stadtgrenze von Villavicencio, das sich als großes Handelszentrum etabliert hat, beginnt der Dschungel. Infrastruktur wird selten, die Wege lang und beschwerlich. Abhilfe schafft hier nur das Flugzeug, und wie schon vor acht Jahrzehnten leisten auch heute für die Verbindung zur Außenwelt die altehrwürdigen Douglas DC-3 ihren Dienst. Vier Betreiberfirmen befinden sich mit ihren Büros und Werkstätten entlang des Taxiways von La Vanguardia und sorgen dafür, dass Villavicencio heutzutage der letzte Flugplatz ist, von dem aus diese Veteranen im regelmäßigen Linienver- VIER AIRLINES FLIEGEN MIT DEN VETERANEN IN VILLAVICENCIO Diese DC-3 wurde 1942 als C-47A Skytrain für die USAF gebaut. kehr eingesetzt werden. Air Colombia, Aliansa, Allas (Aerolineas del Llano), Arall (Aerolineas Llaneras) sind momentan die Betreiber der aktiven DC-3 am Flughafen La Vanguardia. Unter ihnen ist Air Colombia mit zwei DC-3 der aktivste Betreiber, zwei weitere Maschinen befinden sich im Aufbau. Allas wurde vor einigen Jahren als Nachfolger der Gesellschaft Aerovanguardia gegründet und betreibt zwei Dakotas, von denen eine im Augenblick wegen eines fehlenden Motors am Boden steht. Eine flugfähige Dakota befindet sich im Besitz von Arall, zwei weitere warten dort auf ihren Aufbau. Zumindest eine davon soll dieses Jahr wieder in die Luft gebracht wer- In der DC-3 sitzen die Passagiere auf Pritschensitzen quer zur Flugrichtung. 26 FLUG REVUE NOVEMBER 2015

Handling bedeutet in Villavicencio in vielen Fällen noch Handarbeit. Villavicencio ist auch ein sehr aktiver General-Aviation-Flugplatz. Die Ablösung der DC-3 in Form von ATR 42 und ATR 72 ist auch in Kolumbien schon im Anflug. Fracht oder Passagiere? Die DC-3 transportiert einfach alles. FLUG REVUE NOVEMBER 2015 27

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