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FLUG REVUE 11/2016

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Zivilluftfahrt Die

Zivilluftfahrt Die nördlichste Airline der Welt im Wandel Fotos: Air Greenland, Spaeth Von ANDREAS SPAETH Der Wind rüttelt an den Fenstern der Einsatzzentrale von Air Greenland in Nuuk. Ein Gemisch aus Schnee und Regen peitscht an die Scheiben. Vor ihren Bildschirmen verfolgen die Mitarbeiter entspannt die Aktivitäten der Flotte in Echtzeit. Draußen landet gerade eine knallrote Dash 8-200, die Turboprops bilden das Rückgrat der Air-Greenland- Flotte. Der Flug ist trotz der widrigen Bedingungen fast pünktlich. Das Wetter dominiert das Leben in Grönland. Früher hieß Air Greenland deshalb im Volksmund auch „Imaqaa Airways“, „Vielleicht-Air“, weil sie so unzuverläs- sig war. „Wir sind heute viel proaktiver bei Verzögerungen“, sagt Air-Greenland- CEO Michael Højgaard im Gespräch mit der FLUG REVUE in Nuuk. Andere Mitarbeiter wollen das gar nicht mehr hören: „Das war vor vielen Jahren“, sagt Flugplaner Jakob Petersen. „Damals hatten wir viel mehr Hubschrauber, und die waren bei schlechtem Wetter sehr viel eingeschränkter in ihrem Aktionsradius.“ Der Wind ist aber ein großes Problem geblieben, und das ausgerechnet am Hauptstadt-Flughafen. In Nuuk, der einzigen Stadt Grönlands, die diesen Namen verdient, lebt etwa ein Viertel der Bevölkerung, fast die Hälfte aller Air- Greenland-Passagiere fliegt hierher. „Unser maximales Windlimit sind 40 Knoten beim Start und 35 zur Landung – erst vorgestern blies es hier aber mit 50 Knoten“, so Petersen. Dutzende Flüge wurden gestrichen. Grönländer kennen das. BEI EXTREMEM WETTER LANDET MAN IM HOTEL 26 FLUG REVUE NOVEMBER 2016 „Es kann in Grönland zu allen Jahreszeiten Wetterprobleme geben, Nebel und Sturm auch im Sommer; Schnee, Blizzards und Vereisung im Winter, und Nuuk gehört leider zu den am stärksten betroffenen Zielen“, sagt Petersen. Vor Jahren, als in Grönland noch die damals weltgrößte zivile Flotte von bis zu acht Sikorsky-S-61N-Hubschraubern im Passagierverkehr unterwegs war, gab es viel mehr Ausfälle: „Etwa 30 Prozent unsewww.flugrevue.de

Boom im Norden Air Greenland ist die profitable Lebensader Grönlands, steht aber vor großen Veränderungen. Die A330 aus Kopenhagen landet in Kangerlussuaq, dem Luftfahrt- Drehkreuz Grönlands. Mit Turboprops und Hubschraubern, darunter der heute seltenen S-61N, bindet Air Greenland auch entlegene Siedlungen an und bietet Rundflüge für Touristen. rer Hubschrauber-Verbindungen waren im Schnitt vom Wetter behindert, Frühjahr und Herbst sind am schwierigsten, im Winter sind die Verhältnisse stabiler“, so Petersen. Vereisung von Flugzeugen, Start- und Landebahnen ist dann das größte Problem, weil es aus Kostengründen nur an vier großen Flughäfen entsprechende Enteisungsfahrzeuge gibt. „Unsere Top-3-Flughäfen mit Wetterproblemen sind Nuuk sowie Sisimiut hier an der Westküste und Kulusuk an der Ostküste“, verrät der Flugplaner. Im Gegensatz zu früher, wo Passagiere bei wetterbedingten Ausfällen auf sich allein gestellt waren, kümmert sich Air Greenland heute bei Störungen um Unterbringung und Verpflegung gestrandeter Gäswww.flugrevue.de FLUG REVUE NOVEMBER 2016 27

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