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FLUG REVUE 11/2016

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Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt Airbus-A350-Fertigung Finnair verfolgt mit den A350 eine Wachstumsstrategie. Fotos: Lufthansa, Airbus, Schwarz Dafür nutzt Airbus zusätzliche Stationen 20, die frei geworden sind, weil dieses Jahr weniger A330 gebaut werden. Da dies aber nicht ausreicht, wurden auf dem Vorfeld im Bereich der A380-Montagehalle große Zelte aufgestellt, die den Vorderrumpf abdecken und so die Lagerung des Materials erlauben. Die nachträgliche Installation der Großbauteile, Singapore Airlines ist einer der wichtigsten A350-Kunden. Qatar Airways war der erste Betreiber der A350. Kunde die ohne Teildemontage nicht durch die Kabinentüren passen, ist natürlich aufwendiger als geplant. Von den Problemen ist auch die erste A350 für die Lufthansa (MSN074) betroffen, die nach der Parkzeit im September in die Innenausstattung ging. Derweil liefen beim Besuch der FLUG REVUE in Toulouse Anfang September Zelte auf dem Vorfeld in Toulouse bieten zusätzliche Stationen für die Installation der Innenausstattung, die nicht wie geplant zu Montagebeginn verfügbar war. A350 – die aktuellen Nutzer Die A350-Fertigung kommt seit der Erstauslieferung im Dezember 2014 nur mühsam in Schwung. Erste Auslieferung Im Dienst Bestellungen Thai Airways 30.08.2016 1 4 x A350-900 Ethiopian Airlines 29.06.2016 2 12 x A350-900 Cathay Pacific 27.05.2016 4 22 x A350-900 26 x A350-1000 Singapore Airlines 02.03.2016 5 67 x A350-900 LATAM 17.12.2015 4 13 x A350-900 14 x A350-1000 Finnair 07.10.2015 6 19 x A350-900 Vietnam Airlines 30.06.2015 4 10 x A350-900 Qatar Airways 22.12.2014 11 43 x A350-900 37 x A350-1000 Quelle: Airbus die Montagearbeiten an der MSN080 und der MSN087. Ziel von Airbus ist es, die erste Maschine ganz knapp vor Jahresende an den deutschen Flag-Carrier zu übergeben. GRÜNDLICHE VORBEREITUNG BEI LUFTHANSA Dessen Team für die Einführung des neuen Musters hat während der ganzen Zeit ein wachsames Auge auf die Maschinen, um eine optimale Qualität sicherzustellen. Dabei werden auch scheinbare Kleinigkeiten wie die korrekte Befestigung von Kabelbäumen oder Dämmmaterial nicht außer Acht gelassen, wie Werner Scholz, der zuständige Repräsentant in Toulouse, betont. Neben den Spezialisten der Fluggesellschaft selbst ist ein großes Team von Lufthansa Technik an der Einführung beteiligt. „Wir müssen uns sehr gut auf das Thema Kohlefaser-Verbundwerkstoff vorbereiten, da der komplette Rumpf der A350 bis auf die Cockpitsektion aus CFK besteht“, erläutert der zuständige Projektdirektor Dean Raineri. „Das ist nicht per se ein Problem. Allerdings sieht man, im Gegenteil zu Metallen, Schäden in der Struktur nicht direkt. Deshalb sensibilisieren wir alle, die am Flugzeug arbeiten, beispielsweise auch Ground Handling Agents an den Flughäfen. Neben dieser Prävention müssen wir 34 FLUG REVUE November 2016 www.flugrevue.de

Interview Lufthansa-Hub-Chef Thomas Winkelmann zur A350-Einführung in München Vietnam Airlines stellte die A350 als zweite Airline in Dienst. Ethiopian betreibt sowohl die A350 als auch die Boeing 787. „Der Fünf-Sterne- Hub erhält ein Fünf-Sterne-Flugzeug“ FLUG REVUE: Warum gehen die ersten A350 der Lufthansa nicht nach Frankfurt sondern nach München? Winkelmann: Lufthansa hat entschieden, die ersten zehn der insgesamt 25 bestellten Airbus A350 am Hub München zu stationieren. Diese Entscheidung ist auch ein Bekenntnis zum Standort München. Hier erhält der Fünf-Sterne-Hub ein Fünf-Sterne-Flugzeug! Das Flugzeugmuster ist ideal in seiner Größe und Reichweite für unsere Strecken nach Asien und Nordamerika. Die A350 ist das weltweit modernste Langstreckenflugzeug im Passagierverkehr. Es ermöglicht bei einem höheren Kundenkomfort eine größere Wirtschaftlichkeit. Im Vergleich zum Airbus A340 weist die A350 einen 50 Prozent geringeren Lärmteppich auf, dazu 25 Prozent weniger Kerosinverbrauch und Emissionen. Lufthansa plant bei ihren A350 eine neue Farbigkeit in der Eco-Klasse. unsere Mitarbeiter aber auch für die Anwendung von Spezialmessgeräten zur Schadenbeurteilung qualifizieren. Immerhin „sind wir für die Komponentenversorgung für China Airlines, Ethiopian Airlines und Finnair zuständig. Unsere Mitarbeiter in Frankfurt und München haben auch schon die A350 von Qatar Airways im Transit abgefertigt. Und wir betreuen auch Singapore Airlines und Cathay Pacific. All diese Erfahrungen nutzen wir, um den Start der A350 bei Lufthansa optimal zu gestalten“, ist Raineri zuversichtlich. Sobald die Lufthansa ihre erste A350-900 erhalten hat, sind übrigens noch Zulassungsarbeiten für die neuen Sitze in der Premium Economy und für Details der Business Class (Selbstbedienungsbereich mit Snacks und Kühlschrank für Getränke) notwendig, bis der Jet auf Linie gehen kann. Als erste Destinationen wurden Delhi und Boston genannt (siehe Kurzinterview mit Thomas Winkelmann rechts). Die Lufthansa betreibt ihre A350-900 mit 48 Sitzen in der Business (BE Aerospace), 21 in der Premium Economy (ZIM Flugsitz) und 224 in der Economy-Kabine (Zodiac). Sie ersetzt mit dem neuen Modell ihre kraftstofffressenden A340-600, die mit 279 Sitzen ausgestattet sind. FR Auf welchen Strecken werden die A350 bevorzugt zum Einsatz kommen? Die ersten Ziele werden Delhi und Boston sein. Die Entscheidung zum Einsatz der neuen Flugzeuge basiert auf unseren Analysen, wo wir das Flugzeug mit seiner Konfiguration am besten für unsere Kunden einsetzen können und wo es ökonomisch am sinnvollsten operiert werden kann. Warum entfällt die erste Klasse? Wir stellen fest, dass die Nachfrage nach der First Class stark abhängig von der jeweiligen Strecke ist. Auf Routen mit geringer First-Class-Nachfrage werden wir daher aus wirtschaftlichen Gründen Business Class, Premium Economy und Economy Class anbieten. Aus München werden in den kommenden Jahren noch immer rund 60 Prozent unseres Langstreckenangebots über eine First Class verfügen. www.flugrevue.de FLUG REVUE November 2016 35

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