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FLUG REVUE 12/2014

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Topgun: Eliteschule der US Navy, Ebola-Epedemie: Airlines sorgen sich um Hygiene an Bord, Bundeswehr: schwere Mängel in der Ausrüstung, großes Extra: Raumfahrt

Zivilluftfahrt

Zivilluftfahrt Bombardier CSeries in der Flugerprobung Der Triebwerkszwischenfall am 29. Mai hätte zu keinem schlechteren Zeitpunkt für das schon von mehreren Verspätungen gebeutelte CSeries-Programm kommen können. Knapp 100 Tage mussten die CS100- Prototypen am Boden bleiben und auf ihre modifizierten PW1524G-Getriebefans von Pratt & Whitney warten. Erst am Sonntag, dem 7. September, hob der zweite Prototyp, FTV2 (Flight Test Vehicle), in Mirabel wieder zu einem Testflug ab. FTV4 folgte am 15. September. „Seitdem fliegen wir täglich“, sagte Programm-Manager Rob Dewar im September in einer Videobotschaft. Als nächster sollte im Oktober der erste Prototyp wieder in die Luft gehen; er war bei dem Triebwerksversagen beschädigt worden. Ursache war eine defekte Dichtung im Gesamt-Ölsystem des Antriebs. Ausgetretenes Öl hatte zu einem Brand und daraufhin zum Versagen der Niederdruckturbine geführt. „Das Flugzeug überstand den Unfall erstaunlich gut. Bei den Systemen gab es keine Defekte. Bei der Struktur kam es zu Schäden an der linken Tragfläche, die aus Kohlefaser-Verbundwerkstoffen besteht. Die volle strukturelle Integrität Aufholjagd Nach knapp drei Monaten Pause läuft die Flugerprobung der CSeries auf Hochtouren, aber kann Bombardier die Verspätung wirklich aufholen? blieb erhalten“, erklärte Dewar und fand sogar eine positive Auswirkung: Die Spezialisten aus Belfast, die den Flügel bauen, konnten auf diese Weise wertvolle Erfahrungen bei der Reparatur der Tragfläche zu einem frühen Zeitpunkt sammeln. Airlines: 55 Flgz. CSeries Bestellungen CS100 Gesamt: 243 Flgz. Leasingfirmen: 110 Flugzeuge Ebenfalls noch im Oktober sollte die in Wichita, Kansas, gestrandete FTV3 nach der Ausstattung mit neuen Triebwerken wieder fliegen. Dort ist derzeit auch die vierte Maschine stationiert, die hier unter anderem das Bremsverhalten auf der Piste testet. In Mirabel läuft gleichzeitig die Fertigstellung der FTV5, die erstmals mit einer kompletten Kabineneinrichtung ausgestattet wird. Auch die Endmontage der ersten CS300 liegt in den letzten Zügen. „Während der Flugtestpause haben wir alles, was möglich war, getan, um das Programm voranzutreiben. Wir haben umfangreiche Bodentests sowie Upgrades der Flugzeuge in Bezug auf Software und Hardware durchgeführt“, meint der CSeries-Chef. So konnte im Leasingfirmen: 8 Flugzeuge Airlines: 70 Flgz. 30 FLUG REVUE DEZEMBER 2014 www.flugrevue.de CS300

September 2014 der zweite Prototyp der CS100 erstmals mit dem normalen Betriebsmodus der digitalen Flugregelung fliegen. Bisher war die CSeries seit ihrem Erstflug am 16. September 2013 nur mit einem eingeschränkten Modus des Fly-by-Wire-Systems in der Luft. NORMALE FLUGSTEUERUNG NACH EINEM JAHR AKTIV Dieser „direkte“ Modus dient im Normalfall nur als Backup und bietet keine eingebauten Sicherheitsbeschränkungen. „So können wir die exakten aerodynamischen Eigenschaften des Flugzeugs ermitteln. Wir hatten nicht die Effekte, wie sie im Normalmodus vorkamen. Jetzt haben wir die Eigenschaften verifiziert und konnten den normalen Modus einschalten. Bis jetzt sieht alles exakt so aus wie in unseren Simulationen. Es ist eine Freude, das Flugzeug zu fliegen”, sagte Charles Ellis, Cheftestpilot von Bombardier. Üblichererweise wird der normale Modus schon sehr früh in der Erprobung eines neuen Musters aktiviert. Offensichtlich hatten Verzögerungen der Software einen früheren Einsatz in der CSeries verhindert. Von einer erneuten Verspätung will Dewar aber nichts wissen: „Trotz der Pause gehen wir nach wie vor von einer Indienststellung der CS100 in der zweiten CSeries-Kunden Kunde Festbestellungen CS100 CS300 Air Baltic – 13 Al Qahtani Aviation – 16 Braathens Aviation 5 5 Falcon Aviation Services – 2 Gulf Air 10 - Ilyushin Finance – 32 Iraqi Airways – 5 Korean Air – 10 Lease Corporation Int. 3 17 Lufthansa (Swiss) 30 – Macquarie Air Finance – 40 Odyssey Airlines 10 – PrivatAir 5 – Republic Airways – 40 Gesamt 63 180 Jahreshälfte 2015 aus und sind zuversichtlich, dass die CS300 rund sechs Monate später folgen wird.“ Trotzdem wächst bei einigen Kunden die Unruhe. So verzichtete Malmo Aviation auf ihre Rolle als erster Betreiber der CS100. Die Mutterfirma Braathens Aviation nannte als Grund unter anderem die wachsende Unsicherheit im Zeitplan des Programms und will die Jets erst später übernehmen. Um den derzeit größten Airline-Kunden bei der Stange zu halten, machte FTV4 am 6. Oktober einen Abstecher zu Republic Airways nach Indianapolis. Die Fluglinie hat 40 CS300 bestellt, die ursprünglich für die Tochter Frontier Airlines gedacht waren. Nach dem Frontier-Verkauf ist die Verwendung der CSeries offen. Ein Kandidat für die Rolle des Erstbetreibers wäre Swiss, bei der die CS100 die in die Jahre gekommenen Avro RJ ersetzen soll. Die Airline rechnet mit der Lieferung ihrer ersten CSeries in der zweiten Hälfte 2015. „Die Verspätung des Programms führt vor allem zu einem längeren Betrieb des Avro RJ100 als geplant, was natürlich wirtschaftliche und finanzielle Konsequenzen hat“, teilte ein Sprecher mit. Die ersten vier Exemplare des britischen Jets sollen bereits Ende des Jahres außer Dienst gestellt werden, um eine anstehende C-Check-Instandsetzung zu vermeiden. „Diese kostenintensiven Wartungsarbeiten haben im Hinblick auf die bevorstehende Einflottung der CSeries wenig Sinn“, heißt es aus Zürich. Um während dieser Übergangszeit Engpässe im laufenden Betrieb zu vermeiden, wird Helvetic Airways im Auftrag von Swiss vier neue Embraer E190 betreiben. FR PATRICK HOEVELER Bisher fliegen der zweite (links) und der vierte Prototyp (unten) wieder. FTV1 und FTV3 folgen. Fotos: Bombardier www.flugrevue.de FLUG REVUE DEZEMBER 2014 31

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