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FLUG REVUE 12/2014

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Topgun: Eliteschule der US Navy, Ebola-Epedemie: Airlines sorgen sich um Hygiene an Bord, Bundeswehr: schwere Mängel in der Ausrüstung, großes Extra: Raumfahrt

Raumfahrt-EXTRA Dem Mars

Raumfahrt-EXTRA Dem Mars geht die Luft aus Weggeblasen? Die Marsatmosphäre ist ziemlich dünn, und sie wird immer dünner. Das könnte am Sonnenwind liegen, der wegen des fehlenden Magnetfeldes ziemlich heftig weht. MAVEN soll nun das Geheimnis lösen. Foto: NASA Von MATTHIAS GRÜNDER Zwei aktive Rover gibt es derzeit auf dem Mars, und drei Orbiter umkreisten ihn bis vor kurzem. Doch nun haben der Mars Reconnaissance Orbiter und Mars Odyssey der NASA sowie Mars Express der ESA einen neuen Wegbegleiter bekommen: MAVEN, was für Mars Atmosphere and Volatile Evolution Mission steht. Seit dem 22. September 2014 umkreist die Hightech-Sonde den Roten Planeten und schickte zu Testzwecken auch schon erste Bilder und Daten zur Erde, auf welche die Wissenschaftler bereits gespannt gewartet hatten. Bevor aber die Arbeit richtig losgehen konnte, war erst einmal ein Versteckspiel angesagt: Mit komplizierten Bahnmanövern – genannt „duck and cover“ – schickten die Bodenkontrolleure alle drei NASA- Flugkörper quasi hinter den Mars, denn am 19. Oktober flog der Komet C/2013 A1 Sliding Spring dicht an ihnen vorbei. Man wollte vermeiden, dass die Sonden unter dem möglichen Einfluss von Gasen, Eisstückchen oder Staubpartikeln Schaden nehmen, und das dreistündige „Abducken“ hat nach gründlichen Checks wohl wirklich geholfen. Nur der Mars Reconnaissance Orbiter hat mal kurz „den Kopf gehoben“ und aus 138 000 Kilometern Entfernung den Kometen fotografiert. Neben diesen Bildern gab es auch wissenschaftliche Daten vom Vorbeiflug, den aus dieser Nähe selbst die Experten nicht alle Tage zu sehen bekommen. Immerhin ist Sliding Spring kein bislang bekannter und periodisch wiederkehrender Komet, wie etwa der Halleysche, der schon seit dem frühen Mittelalter beobachtet wird und etwa alle 76 Jahre wieder bei uns vorbeischaut. Vielmehr hat er sich vor einiger Zeit in der Oortschen Wolke, weit hinter der Plutobahn, selbstständig und auf den Weg ins Innere des Sonnensystems gemacht. DIESES MAL BESTAND KEINE GEFAHR FÜR DIE ERDE Alle Beobachtungen, einschließlich derer von Erdobservatorien aus, ergaben, dass der Komet dann doch wohl um einiges kleiner als ursprünglich erwartet war – ein kleiner Trost, denn der Erde wäre er ganz sicher gefährlich geworden. Für MAVEN indessen war die Sliding-Spring-Passage eine ungeplante Herausforderung, denn nun konnte die Sonde mit ihrem ausgeklügelten Instrumentenpaket an Bord untersuchen, ob man tatsächlich in der dünnen Marsatmosphäre Material- oder Gasspuren des Kometenschweifs nachweisen kann. Bruce Jakosky von der University of Colorado in Boulder jedenfalls war ganz 70 FLUG REVUE DEZEMBER 2014 www.flugrevue.de

Bevor die Arbeit richtig losgehen konnte, musste sich die Sonde erst einmal verstecken. www.flugrevue.de FLUG REVUE DEZEMBER 2014 71

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