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FLUG REVUE 12/2015

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Zivilluftfahrt Terminal

Zivilluftfahrt Terminal 3 für Frankfurt Die luftige Haupthalle soll eine „Visitenkarte der Region“ werden. Fotos: Fraport AG Frankfurt brauche den Baubeginn spätestens jetzt, denn noch während der siebenjährigen Bauzeit führe das absehbare Verkehrswachstum zur Vollauslastung der Anlagen, reklamiert der Flughafenbetreiber. Mit den vorhandenen Terminals könne man höchstens 71 Millionen Fluggäste pro Jahr abfertigen. Schon für das Jahr 2021 würden aber 68 bis 73 Millionen Passagiere vorhergesagt. Heute liegt Frankfurt bei knapp 60 Millionen Passagieren im Jahr. Außerdem wollen die Hessen auch qualitativ ihre Abfertigung aufwerten und durch mehr gebäudenahe Flugzeugpositionen die bei den Passagieren unbeliebten Vorfeld-Busfahrten verringern. Die neue Abfertigungskapazität am Terminal 3 soll vorwiegend für sogenannte „Non-Star-Airlines“ genutzt werden, also Fluggesellschaften, die nicht der Star Alliance angehören. Dies wären etwa Mitglieder der konkurrierenden Allianzen Oneworld oder Skyteam und die großen Fluggesellschaften aus dem Nahen Osten. Die gesamte Anlage hat die Fläche von 19 Fußballfeldern. 20 der insgesamt 24 gebäudenahen Abfertigungspositionen sind auch für Riesenflugzeuge wie den Airbus A380 oder die Boeing 747-8 Die Kabinenbahn pendelt zu den Terminals 1 und 2. ausgelegt. Hiermit will Frankfurt seinem Rückstand gegenüber europäischen Konkurrenzdrehkreuzen abhelfen, die wesentlich mehr Riesenjets direkt an ihren Gates abfertigen können. Im Terminal 3 mit 90 000 Quadratmetern Grundfläche werden die abreisenden Fluggäste in der Check-in-Halle an 80 Schaltern (später 104 Schalter) und 38 Automaten (später 54 Automaten) eingecheckt und an 18 Sicherheitsschleusen kontrolliert. Für Transferpassagiere gibt es weitere elf Sicherheitsschleusen. Danach erreicht man den „Marktplatz“, die zentrale Einkaufspassage nahe dem Hauptgebäude. Von hier aus zweigen strahlenförmig die beiden Piers ab, im Endausbau werden es vier sein. Ankommende Passagiere erhalten ihr Gepäck an elf Bändern. Die Fluggäste werden auf drei Hauptebenen abgefertigt. MITTELSTAND AUS DER REGION SOLL MITBAUEN Die künftige Anbindung des neuen Terminals 3 an die bestehenden Terminals 1 und 2 übernimmt die Kabinenbahn Sky- Line. Damit ist auch ein bequemer Zugang zum ICE-Fernbahnhof und zu den anderen Bahnhöfen im Norden gesichert. Autofahrer erreichen Terminal 3 künftig über eine eigene Ausfahrt an der Autobahn A5 und können ihr Fahrzeug in einem Parkhaus nahe der Haupthalle abstellen. Auf längere Sicht könnte das Terminal 3 sogar einen eigenen Eisen- 36 FLUG REVUE DEZEMBER 2015 www.flugrevue.de

Frankfurt setzt auf mehr Kapazität und höheren Komfort. Die Grafik vermittelt einen Eindruck von der Groß zügigkeit der Anlagen. Frankfurts Terminal 3 Daten und Fakten Grundfläche: 90 000 Quadratmeter Geschossflächen: 306 000 Quadratmeter Haupthalle: Lichte Höhe innen: 20 Meter, Gesamthöhe: 33 Meter über dem Gelände Laden- und Gastronomieflächen (gesamt): 9700 Quadratmeter Bauzeit: 2015 bis 2022 Test- und Probebetrieb: ab Mitte 2020 Baukosten: 2,5 bis 3 Milliarden Euro Inbetriebnahme: Sommerflugplan 2022 bahnanschluss erhalten, sobald die geplante ICE-Schnellfahrstrecke Frankfurt – Mannheim einmal realisiert wird. Eine Gleistrasse dafür wird vorsorglich bereits freigehalten. Den Bau des neuen Terminals will Fraport ohne Generalunternehmer und stattdessen mit eigenen Experten bewerkstelligen. Die Leitung der Arbeiten hat mit Horst Amann ein bewährter Fraport-Fachmann übernommen, der auch schon den Bau der Landebahn Nordwest erfolgreich realisiert hat. Amann war zwischenzeitlich zu einem Notfalleinsatz an den Berliner Flughafen BER gerufen worden, hatte sich dort aber mit der Erstellung einer schonungslosen Mängelliste bald unbeliebt gemacht und war zuletzt zum Chef der BER-Entwässerungsanlagen degradiert worden. Fraport kündigte an, den Bau kleinerer Gewerke am Terminal 3 an regionale Auftragnehmer zu vergeben. Man wolle das Projekt, wie beim Bau des Terminalbereichs A-Plus im Norden, gezielt in kleinere Einzelgewerke zerlegen, um möglichst viele Mittelständler aus der Region berücksichtigen zu können. Damals erfolgten von 495 Vergaben nach Deutschland mit einem Auftragswert von 450 Millionen Euro 375 nach Hessen und davon 245 direkt in die Region Rhein-Main. HESSENS VERKEHRSMINISTER KOMMT NICHT Schon jetzt fertig sind weite Teile der Vorfeldflächen rund um das künftige Terminal. Rund 780 000 Quadratmeter Vorfeld wurden seit der zivilen Übernahme der früheren US Air Base neu gebaut und dabei vorsorglich bereits mit Leitungen, IT-Versorgung, Abwasserreinigungsanlage und Regenrückhaltebecken ausgestattet. Bisher parken hier Flugzeuge in ihren Einsatzpausen. Weitere 555000 Quadratmeter Vorfeldfläche müssen allerdings noch gebaut werden. Wie in Hessen üblich, kochte die dort leidenschaftlich ausgelebte Hassliebe zum Flughafen – mit über 80000 Beschäftigten die größte Arbeitsstätte Deutschlands – auch beim ersten Spatenstich hoch. Während Ministerpräsident Bouffier die Veranstaltung mit einem Besuch beehrte, blieb ausgerechnet Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister, der Grüne Tarek Al- Wazir, der Veranstaltung fern. Hatte er im letzten Wahlkampf doch ausdrücklich die Verhinderung des – seit 2014 rechtlich genehmigten – Baus von Terminal 3 gefordert. Immerhin erschien der Wirtschafts-Staatssekretär Mathias Samson (Grüne) zur Feier. Noch vor Jahresende beginnen der Aushub der Baugrube und bauvorbereitende Maßnahmen für die Baulogistik. FR www.flugrevue.de FLUG REVUE DEZEMBER 2015 37

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