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FLUG REVUE 12/2016

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Zivilluftfahrt Pilatus

Zivilluftfahrt Pilatus PC-24 Fotos: Pilatus dasselbe Layout vor. Das kann die XLS mit ihrem ausgeklügelten Raumkonzept und einer vorn längs montierten Sitzbank allerdings besser: Hier finden bis zu acht Fluggäste Platz, die dann aber nicht alle in großzügig verstellbaren Einzelsesseln entspannen können. Alleinstellungsmerkmal der PC-24 ist der große Frachtraum hinter der Kabine. Er ist über ein eigenes Frachttor (1,25 x 1,30 m)zugänglich und erstreckt sich über den gesamten Rumpfquerschnitt. Das ist einzigartig unter den Business Jets. Im Cockpit treffen die beiden Piloten, wobei der Jet auch für Single-Pilot- Betrieb zugelassen ist, auf neueste, zusammen mit Honeywell entwickelte Avionik. Das Pilatus „Advanced Cockpit Environment“ (ACE) basiert auf dem Primus Apex und verfügt über vier große Displays, die mit ihren Einblendungsfunktionen dem Klassenstandard entsprechen. Highlights sind ein boden- und satellitenunabhängiges, internes Navigationssystem (IRS) sowie das serienmäßige Synthetic-Vision-System und die automatische Schubregelung. Am 1. August 2014 wurde die erste PC-24 im Rahmen einer großen Feier aus der Produktionshalle am Heimatflughafen in Stans gerollt. Das maximale Startgewicht von acht Tonnen entspricht dabei nahezu exakt dem Wert der Phenom, die amerikanische Konkurrenz übertrifft die PC-24 allerdings um eine (XLS) beziehungsweise fünf Tonnen (Latitude). Da die Pilatus daher auch mit einem begrenzten Kraftstoffvorrat von 2,7 Tonnen auskommen muss, liegt ihre Reichweite bei voller Beladung bei 3300 Kilometern. Die Embraer Phenom 300 kommt noch 300 Kilometer weiter, während die XLS weitere 200 Kilometer zu fliegen vermag. Ihre große Schwester ist gleichwohl mit einem Aktionsradius von 5200 Kilometern ungeschlagen. Interessant ist dabei, dass die kleine PC-24 mit einer maximalen Nutzlast von 1135 Kilogramm auf dem Niveau der deutlich größeren Citation Latitude liegt. Doch auch hier kann die Phenom 300 noch tapfer mithalten. Bei der großgeschriebenen Vielseitigkeit fährt die Pilatus neben dem Frachttor dann aber einen weiteren Trumpf auf: Als einziger Business Jet ist sie für den Einsatz auf unbefestigten Naturpisten geeignet. Damit wird die PC-24 auch für Einsätze beispielsweise der „Flying Doctors“ in Australien und Afrika interessant. Zusammen mit einer Startstrecke von 820 Metern unter Standardbedingungen eröffnen sich für den Besitzer des Super Versatile Jet rund doppelt so viele ansteu- 38 FLUG REVUE DEZEMBER 2016 www.flugrevue.de

Auf Naturpisten kann die PC-24 ebenfalls landen, was sie für den Einsatz in raueren Gefilden prädestiniert. Das Cockpit folgt mit dem Honeywell Primus System dem aktuellen Standard mit konfigurierbaren Displays. erbare Flughäfen wie für die Konkurrenzmodelle. Möglich machen diese Fähigkeiten die beiden Williams-International-FJ- 44-4A-Triebwerke mit jeweils 15,12 Kilonewton Schubleistung. Im November 2017 soll es dann so weit sein: Ziemlich genau zwei Jahre nach Beginn des Testprogramms will Pilatus den ersten Jet an einen Kunden übergeben, und zwar an Planesense in den USA. Die Produktion über die ersten drei Jahre, in Zahlen sind das 84 Flugzeuge, konnte der Hersteller innerhalb weniger Tage nach der Vorstellung auf der EBACE 2014 verkaufen. Darunter seien neben Flottenkunden auch diverse Privatleute, wie der ehemalige Nestlé-Chef und Privatpilot Peter Brabeck-Letmathe. In einem Interview mit dem Schweizer Magazin „Blick“ sagte er, er wolle den Jet künftig zum Pendeln zwischen seiner Heimat und seinem Domizil auf Ibiza nutzen. DIE ERSTEN DREI JAHRE SIND AUSVERKAUFT Doch bis es so weit ist, muss die PC- 24 für die Zulassung durch die EASA rund 1700 Flugstunden absolvieren. Nachdem im November 2015 ein zweiter Prototyp zum ersten Testflugzeug hinzugestoßen ist, soll bis Ende diesen Jahres noch ein dritter folgen. Die Hälfte des Programms wird dabei in der Schweiz absolviert, die andere Hälfte in Spanien (Granada-Jaén, mit Lufträumen auch über dem Mittelmeer), Schottland und den USA. So war der P02 im Sonner für Systemtests bei Honeywell in Phoenix und zuvor in der Klimakammer der US Air Force auf der Eglin AFB in Florida. Die Zeichen stehen also gut, dass die PC-24 ihren Weg zur Zulassung so zuverlässig und reibungslos abspult wie ein Schweizer Uhrwerk. FR Die Einzelsitze der PC-24 lassen sich weit nach hinten neigen und ermöglichen entspanntes Reisen. Die Ausstattungslinien der Kabine heißen „Zermatt“, „St Moritz“ oder „Aspen“ und sollen Geborgenheit vermitteln. www.flugrevue.de FLUG REVUE DEZEMBER 2016 39

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