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FLUG REVUE 12/2016

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Militärluftfahrt Wonsan

Militärluftfahrt Wonsan Air Festival Nordkoreas erste Airshow Wohl vor allem für devisenträchtige Luftfahrtfans veranstalteten die nord koreanischen Luftstreitkräfte Ende September ihren ersten Flugtag. In der Hafenstadt Wonsan gab es einige ausgewählte Einsatzmuster zu sehen. Schon im letzten Herbst hatte Juche Travel Services den Eröffnungsflug zum neu errichteten Kalma International Airport bei Wonsan für seine internationale Klientel vermarktet, die fasziniert ist von dem stark abgeschotteten Land des Diktators Kim Jongun. Nun fand dort das Wonsan Air Festival statt, und „mehrere Hundert“ Touristen buchten den Trip zu Preisen ab 1275 Euro (ab Peking). Sie standen am 24. September zusammen mit etwa 18 000 Nordkoreanern an der Bahn, um die erste Airshow des Landes zu sehen. Das Flugprogramm begann mit einigen Hughes MD 500E, die Nordkoreas Militär eigentlich gar nicht besitzen dürfte. Beschafft wurden die Helikopter ab Mitte 1983 unter dem Deckmantel ziviler Verwendung über die in Hollywood ansässige Associated Industries. Insgesamt 85 MD 500E schafften es ins Land, bevor die restlichen 15 bestellten Maschinen beschlagnahmt wurden. Einige der Helikopter sind mit Panzerabwehrraketen russischer Herkunft (AT-3 „Sagger“) bestückt. Die weiteren Vorführungen wurden dann von russischen Mustern bestritten. Ein Höhepunkt für die Massen war da- Nordkorea gehört zu den zahlreichen Mi-8-Kunden. Modelle aller Art waren im Angebot. 46 FLUG REVUE DEZEMBER 2016

Flotte Vorführung der MD 500E. Il-76MD-Transporter fliegen bei Air Koryo. Die MiG-29 ist das modernste Muster. Piloten zeigten sich auf dem Vorfeld. bei die Formation von zwei MiG-21bis mit den Pilotinnen Jo Kyum Hyang und Rim Sol, den „Blumen des Himmels“. Die MiG-21 dürften nach wie vor das Rückgrat der nordkoreanischen Luftstreitkräfte sein. Ab 1963 kamen über 200 Maschinen ins Land. Zuletzt wurden 1999 rund 30 MiG-21bis illegal aus Kasachstan beschafft – zu einem Preis von angeblich nur acht Millionen Dollar. Das modernste Muster der Nordkoreaner ist die Mikojan MiG-29, von der sowohl die „Fulcrum-A“ als auch die „Fulcrum-C“ in der Luft zu sehen waren. Einige C-Varianten wurden in den 1990er Jahren sogar im Flugzeugwerk Panghyon montiert. Die Flotte soll derzeit rund 30 Maschinen umfassen, darunter einige Doppelsitzer. Zu den verfügbaren Kampfjets gehört auch die Suchoi Su-25K. Angeblich wurden zwischen 1987 und 1989 insgesamt 32 Einsitzer und vier Doppelsitzer geliefert. Sie sind heute wie die MiG-29 beim 55th Kumsong Guard Air Regiment in Sunchon im Einsatz. Daneben wurde auch die Mi-8MTW-1 „Hip- H“ und die Antonow An-2/Y-5 vorgeflogen. Von dem Doppeldecker sind um die 300 in Nordkorea im Einsatz, unter anderem, um Spezialkräfte abzusetzen. Sehr zur Enttäuschung der Fans blendete die Auswahl der gezeigten Muster ältere Modelle wie die Il-28 „Beagle“, die MiG-15, die MiG-17, die MiG-19 oder die MiG-23ML aus, die alle noch im Dienst stehen sollen. Quasi zur Entschädigung gab es dann am 25. September die Gelegenheit, mit Oldies der Staatsfluggesellschaft Air Koryo zu Rundflügen zu starten. Bei Preisen von 150 Euro für einen Trip in der Iljuschin Il-18 oder 250 Euro für einen Flug in der Il-62 konnte man kaum nein sagen. FR DR. SÉAN WILSON / KS Die MiG-21bis sind das Rückgrat der Flotte. Fotos: Lutz Schönfeld (1), Dr. Séan Wilson FLUG REVUE DEZEMBER 2016 47

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