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FLUG REVUE 12/2016

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Raumfahrt-EXTRA Neue

Raumfahrt-EXTRA Neue Raumkapseln Fotos: NASA (4), SpaceX (2) wahrscheinlich den ersten Routineflug von NASA-Astronauten zur ISS bis Ende 2018 verzögern, also um drei Jahre gegenüber der ursprünglichen Planung.“ Boeing selbst erwartet den ersten bemannten Flug seines Raumschiffs Starliner CST-100 (CST-100 steht für Crew Space Transportation in Bahnen über 100 Kilometern Höhe) frühestens für Dezember 2018. Wie es mit SpaceX weitergeht, ist nach der Explosion einer Falcon-9-Trägerrakete am 1. September noch ungewiss. Der Lagebericht bestätigt, dass die Verspätung der ersten, für 2015 geplanten Starts wegen Budgetkürzungen durch den US-Kongress entstanden ist. Die weitere Verzögerung habe jedoch mit technischen Herausforderungen der Raumschiffe selbst zu tun. Auch andere Insider sagen, dass Boeing und SpaceX erste bemannte Testflüge frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2018 durchführen könnten. Entsprechend hat die NASA für 2018 bereits auf Sojus gebucht. Wichtiger wird sein, dass die Raumfahrtbehörde den Kapseln bescheinigen kann, dass sie für den Transport Die Kapseln im Vergleich von Astronauten wirklich sicher sind. Das könnte noch nachträgliche Änderungen bewirken und für weitere Verzögerungen sorgen, hält der Inspektor für möglich. So oder so trainieren bereits vier Commercial-Crew-Astronauten für die Reise mit den privaten Raumtaxis. WIEDERVERWENDBAR UND MIT RETTUNGSSYSTEM CST-100 Dragon V2 Orion Hersteller Boeing SpaceX NASA/Lockheed Martin max. Durchmesser 4,56 m 3,7 m 5,0 m Höhe 5,03 m 6,1 m 3,0 m Anzahl Sitze 7 7 4 - 6 Trockenmasse k. A. 4200 kg 8 777 kg Antrieb 4 Startabbruch- Triebwerke à 178 kN, 24 Schubdüsen à 6,7 kN (beides von Aerojet Rocketdyne) 8 Superdracos à 72 kN 1 Haupttriebwerk à 26,7 kN, 12 Schubdüsen à 711 N, 3 Feststoff-Triebwerke für den Einsatz bei Startabbruch (alles von Aerojet Rocketdyne) Wiederverwendbarkeit bis zu 10-mal bis zu 10-mal Crewmodul wiederverwendbar, Servicemodul zunächst nicht Trägerrakete zunächst Atlas 5 Falcon 9 SLS Mit Orion will die NASA eines Tages zum Mars fliegen. Boeing ist nicht nur der weltgrößte Hersteller von Flugzeugen und Hubschraubern, sondern auch einer der größten Auftragnehmer der US-Regierung in der Raumfahrt. Boeing Space in St. Louis, Missouri, war und ist maßgeblich an Raketen, Raumschiffen wie Apollo, dem Space Shuttle, an der ISS sowie an Satelliten beteiligt. Das neue Raumschiff CST-100 Starliner baut Boeing im Kennedy Space Center in Florida. Die Kapsel soll bis zu sieben Astronauten zur ISS, zur geplanten privaten Raumstation von Bigelow Aerospace und Weltraumtouristen des US-Reisebüros Space Adventures in den Erdorbit und zurück bringen. Das Raumschiff soll bis zu zehn Mal wiederverwendet werden, einzig das zylindrische Antriebsmodul mit den Solarzellen muss jedes Mal neu sein. Der CST-100 nutzt bewährte Herstellungsprozesse und Systeme von Flugzeugen, dem Space Shuttle und der ISS. Aus seinen Passagierjets übernimmt Boeing das blaue LED-Bordlicht Sky Lighting, das der Crew das Gefühl eines blauen Himmels geben und das Kapselinnere größer wirken lassen soll. Für mehr Komfort sorgen auch kabellose Internet-Tablets anstatt dicker, unpraktischer Handbücher. Mit dem Dockingsystem am Bug der Kapsel kann das Schiff bis zu sechs Monate lang an die Station gekoppelt bleiben. Für die ersten Starts von Florida aus wurde die bewährte Rakete Atlas 5 von United Launch Alliance gewählt. Der Starliner könnte auch auf einem anderen Raketentyp starten. Bei Problemen der startenden Rakete wird an der Spitze der 70 FLUG REVUE RAUMFAHRT EXTRA 2016 www.flugrevue.de

Die Dragon V2 ist eine Weiterentwicklung des Frachters von SpaceX. Astronauten testen die Dockingluke an einem Orion-Modell in Houston. Kapsel eine Rettungsrakete aktiviert, um die Crew schnell und sicher aus der Gefahrenzone zu evakuieren. Die Kapsel geht dann am Fallschirm vor Florida auf dem Meer nieder. Die Sojus und Chinas Shenzhou haben die Rettungsrakete SAS, mit deren Hilfe 1983 zwei Kosmonauten sogar die Explosion einer Trägerrakete überlebten. Im Normalfall landet die Boeing-Kapsel nach ihrem Ausflug zur ISS auf dem US-Raketengelände White Sands in New Mexico. Drei Bremsfallschirme und große Airbags am Kapselboden sollen die Landung vorwiegend auf festen Grund ermöglichen. Auf festem Boden soll künftig auch die Kapsel der Konkurrenz SpaceX landen – allerdings raketengebremst. „So sollte ein Raumschiff im 21. Jahrhundert landen“, sagte der SpaceX-Gründer Elon Musk bei der Vorstellung der bemannten Dragon V2 im Mai 2014. Das ist allerdings noch Zukunftsmusik. Anfangs wird die Kapsel wie die unbemannte Frachtversion Dragon an Fallschirmen auf dem Meer niedergehen. Mit Dragon hat SpaceX seit 2012 neun Versorgungsflüge zur ISS durchgeführt, nur der Transport im Juni 2015 kam durch einen Fehlstart der Falcon 9 nicht zustande. Die Dragon V2 soll wie Boeings CST- 100 bis zu sieben Astronauten zur ISS und zurück auf die Erde bringen. Neu gegenüber der flugerprobten, unbemannten Dragon sind ein integrierter ERSATZ FÜR DAS SPACE SHUTTLE Dockingmechanismus am Bug der Kapsel. Er ermöglicht das automatische Andocken an der ISS oder anderen künftigen Raumstationen ohne den bisher nötigen Roboterarm. Ein Fortschritt bei der neuen Dragon sind acht schubstarke Kapseltriebwerke Superdraco, ebenfalls von SpaceX ent- Ende 2015 fanden Schwebeversuche für raketengebremste Landungen mit der Dragon V2 statt. Boeings CST-100 Starliner landet an Fallschirmen. Airbags bremsen den Aufprall des CST-100 zusätzlich ab. www.flugrevue.de FLUG REVUE RAUMFAHRT EXTRA 2016 71

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